Klima in der Region Kartlien

Schutz durch Berge

Klima

Berge umschließen Tbilisi auf beiden Seiten. Genau das prägt das Klima der ganzen Region: Im Westen hält das Lichi-Gebirge die feuchte Luft vom Schwarzen Meer ab. Im Osten trennen der Fluss Iori und die Tsiv-Gombori-Berge Kartli von Kakheti, und was am Ende durchkommt, ist trocken und kontinental. Nebel bleibt selten. Genau das hält den Mehltau fern, der in feuchteren Landstrichen jedes Jahr für Sorgen sorgt.

Die Weinberge selbst liegen zwischen vierhundertfünfzig und siebenhundert Metern, entlang der Flüsse Mtkvari, Liakhvi und Ksani. In der Ateni-Schlucht bei Gori steigen sie sogar auf über sechshundert Meter, dorthin, wo die Luft schon merklich kühler ist als unten im Tal. Für Chinuri, die Basis fast jedes Kartli-Schaumweins, ist das entscheidend. Nur unter kühlen Nächten behält die Traube die Säure, die einen Sekt erst spritzig macht. Weiter südlich, in den Hügeln von Bolnisi, sorgen enge Schluchten für eigene, kleinräumige Windsysteme — jedes Tal schmeckt dort ein wenig anders.

Die Jahresmitteltemperatur in Kartli liegt bei etwa elf Grad, im Hochsommer klettert das Quecksilber in Tbilisi aber auf fünfunddreißig bis vierzig Grad. Regen fällt übers Jahr verteilt selten, im Schnitt kaum fünfhundert Millimeter, mal so wenig wie dreihundertdreißig, mal bis zu siebenhundertsechzig. In den trockeneren Lagen der Kvemo-Kartli-Ebene im Süden müssen Winzer deshalb oft künstlich bewässern. Frost dagegen ist selten das Problem. Eher sind es die schroffen Sprünge zwischen einem heißen Nachmittag und einer kühlen Nacht. Sie tun der Säure gut, bringen aber auch Hagel aus dem Kaukasus mit. 2023 fiel die Ernte auch in Kartli nach Unwettern schwächer aus.

Die Lese beginnt in Kartli später als in den wärmeren Tälern Kakhetis im Osten. Tavkveri und Shavkapito kommen meist Mitte September in die Presse. Chinuri folgt erst Ende Oktober, wenn die Säure gerade so weit gesunken ist, dass der künftige Schaumwein nicht zu spitz schmeckt. Wer zu früh erntet, riskiert einen sauren, mageren Wein. Wer zu lange wartet, verliert genau die Frische, für die Kartli inzwischen bekannt ist — ein schmaler Grat, den jeder Winzer hier Jahr für Jahr an jedem einzelnen seiner Weinberge ganz neu abschätzen muss.

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