
Höhe schlägt Hitze
Klima
Nemea liegt weit genug von der Küste entfernt, dass der Sommer hier trockener und heißer wird als am nahen Golf von Korinth. Regen fällt fast nur zwischen Herbst und Frühling. Zwischen Juni und August vergehen oft Wochen ohne einen einzigen Tropfen.
Innerhalb dieser Hitze macht die Höhe den ganzen Unterschied. Die Weinberge liegen zwischen etwa 230 und 900 Metern, und Winzer unterscheiden drei Stufen. Unten liegt das warme Tal um Ancient Nemea, in der Mitte die Hangzone bis 650 Meter, und darüber das kühlere Hochplateau um Asprokambos. Zwischen der untersten und der obersten Lage liegen an einem Augusttag gut und gerne fünf Grad Unterschied. Das spürt man in der Mittagshitze sofort.
Oben zählt vor allem die Nacht. Tagsüber reift die Traube in praller Sonne, doch sobald es dunkel wird, fällt die Temperatur auf dem Hochplateau schnell. Genau dieser Sprung hält die Säure in der Beere fest, die sonst bei Hitze einfach abgebaut würde. Fehlt diese nächtliche Kühle wie unten im Tal, reift Agiorgitiko schneller, aber flacher im Geschmack.
Deshalb beginnt die Lese in Nemea nie an einem einzigen Tag. Unten um Ancient Nemea und Gymno ernten die Winzer oft schon in der ersten Septemberhälfte, während dieselbe Sorte auf dem Plateau um Asprokambos noch drei, manchmal vier Wochen länger am Stock hängt. Über kurze Distanzen entsteht so ein Flickenteppich aus Kleinklimazonen, in dem zwei Hänge, die zu Fuß zehn Minuten auseinanderliegen, in ganz verschiedenen Jahrgängen geerntet werden.