Rebsorten in der Region Friaul

Friulano und Ribolla

Rebsorten

Eine einzige Traube prägt hier das Bild. Bis 2007 durfte sie ihren gewohnten Namen nicht einmal tragen. Friulano hieß bis dahin Tocai Friulano, bis die EU im jahrzehntelangen Streit mit Ungarn entschied, dass der Name Tocai allein dem Tokajer zusteht. Der Wein blieb derselbe: trocken, mit Duft nach Apfel und Wiesenblumen. Übrig blieb vor allem der bittere Mandelton im Abgang, so typisch, dass Kenner die Sorte blind daran erkennen.

Genauso wichtig ist eine zweite weiße Sorte, Ribolla Gialla. Klassisch gepresst bringt sie viel Säure und wenig Farbe mit. Lässt man die Schalen dagegen wochenlang im Most, wird aus dem hellen Wein ein bernsteinfarbener mit spürbarem Gerbstoff, wie ihn die Winzer von Oslavia berühmt gemacht haben. Dieselbe Traube, zwei völlig verschiedene Weine. Der ganze Unterschied liegt in der Zeit auf der Schale.

Bei den seltenen Sorten wird es fast dramatisch. Picolit trägt Blüten, die zu einem großen Teil unbefruchtet bleiben und verkümmern, eine genetische Eigenart, die den Ertrag auf einen Bruchteil des Üblichen drückt. Der süße Wein daraus wird entsprechend teuer. Pignolo stand 1978 kurz vor dem Ende. Man fand in der Gegend um Rosazzo noch genau zwei alte Stöcke und vermehrte daraus die gesamte heutige Bepflanzung. Schioppettino wiederum war in den Siebzigern in der Gemeinde Prepotto per Ratsbeschluss verboten, weil das Gesetz nur amtlich registrierte Sorten erlaubte. Erst eine Bürgerversammlung unter dem Motto Rettet den Schioppettino erwirkte 1978 die EU-Zulassung.

Bei den Roten dominiert Refosco dal Peduncolo Rosso. Dunkel, sauer, mit einem Biss, der an Waldfrüchte und Pfeffer erinnert und mit den Jahren weicher wird. Im Karst wächst dazu Vitovska, eine weiße Rarität für den steinigen Boden, kaum irgendwo sonst zu finden. Seit den Siebzigerjahren stehen auf den Kiesböden der Grave auch Cabernet Sauvignon und Merlot, angepflanzt von Winzern, die zeigen wollten, dass internationale Sorten hier ebenso reifen wie die einheimischen. Ob das noch zu Friaul passt, darüber streiten manche bis heute.

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