
Tank, Fass & Rosine
Herstellung
Edelstahl hat heute den alten Beton fast überall verdrängt. Zu Sowjetzeiten füllte er noch die großen Kellereien wie Vinia Traian bei Cahul. Temperaturkontrollierte Tanks halten die Gärung der Weißweine heute bei kühlen Graden. Das schützt die zarten Aromen von Viorica oder Sauvignon Blanc, denn selbst kurze Hitze während der Gärung zerstört genau die Duftstoffe, die den fertigen Wein später ausmachen.
Die roten Cuvées aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Fetească Neagră reifen dagegen oft in Eichenholzfässern. Manche stammen aus heimischer moldauischer Eiche, andere aus Frankreich. Das Holz gibt Röst- und Vanillenoten ab und lässt über viele Monate winzige Mengen Sauerstoff eindringen, wodurch sich das anfangs raue, schroffe Tannin nach und nach abrundet. Je kräftiger die Traube von der Bugeac-Steppe kommt, desto länger bleibt sie im Fass.
Ein guter Teil der jährlichen Ernte wird zu Schaumwein verarbeitet, und manche Betriebe setzen dabei auf die klassische Flaschengärung. Die zweite Gärung findet direkt in der verschlossenen Flasche statt und erzeugt feine, lang anhaltende Perlage, also feine Bläschen. Andere vergären im Drucktank, schneller und günstiger.
Manche Trauben in Valul lui Traian dürfen länger hängen, als es sonst üblich ist. Andere trocknen nach der Lese auf Matten in der Sonne. Das Wasser verdunstet, und der Zucker verdichtet sich mit jedem Tag. Daraus entstehen mit der Zeit dichte, honigsüße Weine. Wird zusätzlich reiner Alkohol zugesetzt, entsteht Likörwein, ein mit Alkohol verstärkter Süßwein, eine Kategorie, die das moldauische Weinrecht bis heute eigens auflistet.