
Große, bauchige Kelche
Gläser
Ein großer Kelch passt zu den kräftigen Rotweinen aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Fetească Neagră. Seine Öffnung verjüngt sich nach oben deutlich. Der Grund liegt im Tannin, dem pelzigen Gerbstoff, der nach einem Schluck am Zahnfleisch klebt. Ein weiter Kelchboden lässt den Wein atmen und mildert diesen Eindruck, während die enge Öffnung die Aromen bündelt, bevor sie überhaupt in der feinen Nase des Trinkers verfliegen können.
Die Sonne treibt den Zuckergehalt hoch. Daraus wird beim Gären Alkohol, oft über vierzehn Volumenprozent bei den schwersten Cuvées, den Verschnitten aus mehreren Rebsorten. Ein kleines Glas würde diesen Alkohol wie einen scharfen Stich in die Nase treiben. Ein großer Kelch dagegen verteilt den Duft über eine größere Fläche, sodass Frucht und Gewürz vor dem Alkohol ankommen.
Für die aromatischen Weißweine aus Viorica gilt fast das Gegenteil. Ihr Duft nach Jasmin, Akazie und Grapefruit ist flüchtig. Er verliert sich in einem zu großen Glas, bevor man ihn richtig wahrnimmt. Ein schlankeres, mittelgroßes Glas mit engerer Öffnung hält diese Aromen näher an der Nase. Es lässt den Wein zugleich langsamer warm werden, wichtig bei einem Wein, der selten mehr als zwölf Volumenprozent hat.
Für den einfachen Fetească Albă oder den säurebetonten Aligoté reicht ein normales, schlankes Weißweinglas. Anders ist es bei den Weinen aus überreifen oder rosinierten Trauben, wie sie in Valul lui Traian schon seit vielen Generationen ganz traditionell für die süßen, dichten Cuvées der Region entstehen. Ein kleines Glas mit wenig Füllmenge konzentriert Duft und Süße, ohne den Wein zu erdrücken. Das Glas folgt dem Wein.