Rebsorten in der Region Hawke’s Bay

Cabernet, Merlot, Syrah

Rebsorten

Fragt man nach der Rebsorte von Hawke’s Bay, kommt zuerst eine Zahl, die überrascht: Chardonnay steht auf mehr Fläche als jede andere Sorte, fast dreiundzwanzig Prozent aller Reben der Region. Der Ruf hängt trotzdem an anderen Trauben.

Cabernet Sauvignon reift hier nicht jedes Jahr zuverlässig durch. Deshalb mischen die meisten Güter ihn mit Merlot und Cabernet Franc, manchmal mit einem Schuss Malbec, nach dem Vorbild von Bordeaux, nur unter neuseeländischem Namen für die fertige Cuvée. Merlot bringt Fruchtfleisch. Cabernet Franc bringt Kräuternoten und Frische. Das Ergebnis nennt man hier schlicht einen Bordeaux-Blend, und genau dafür kaufen Kenner die Region zuerst.

Syrah kam später und wuchs schneller in der Wertschätzung als jede andere rote Sorte, erst in den Neunzigerjahren wirklich breit gepflanzt. In den Gimblett Gravels zeigt sie ein kühleres, würzigeres Gesicht als der australische Shiraz aus derselben Rebe. Sie bleibt schlanker. Der Alkohol fällt niedriger aus, und die Pfeffernote überlebt, die im heißeren Klima meist einfach verkocht.

Chardonnay wiederum ist die älteste anerkannte Erfolgssorte der Region, schon seit den Neunzehnhundertneunzigern etwa in Te Awanga direkt an der Küste angebaut, wo die Seebrise die Trauben spürbar langsamer reifen lässt. Der Wein bleibt straff. Er bleibt zitrisch, ganz anders als der breitere, wärmere Chardonnay aus dem Landesinneren.

Sauvignon Blanc und Pinot Gris füllen den Rest der weißen Fläche, fast ein Drittel zusammen, meist als unkomplizierter Alltagswein gedacht und selten mit großem Ehrgeiz ausgebaut. Sie zeigen ein zweites Gesicht der Region. Die große, sonnenverwöhnte Menge steht neben der kleinen, sorgfältig gemischten Spitze aus Cabernet, Merlot und Syrah, wegen der Sammler Hawke’s Bay überhaupt kennen.

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