
Sonne, Wind, Zyklone
Klima
Im Westen von Hawke’s Bay stehen die Kaweka Range und die Ruahine Range wie eine Mauer und fangen die feuchten Westwinde ab, bevor diese die Weinberge überhaupt erreichen. Deshalb zählt die Region zu den sonnigsten und trockensten Neuseelands. Rund zweitausendzweihundert Sonnenstunden im Jahr stehen nur etwa achthundert Millimetern Regen gegenüber.
Trotzdem ist das Klima nicht überall gleich. Im Landesinneren, über den nackten Kieselflächen von Gimblett Gravels und Bridge Pa Triangle, heizt sich der Boden tagsüber auf und gibt die Wärme nachts wieder ab, ein Ofeneffekt, der Cabernet und Syrah zuverlässig ausreifen lässt. An der Küste ist das anders. Bei Te Awanga und Cape Kidnappers kühlt eine beständige Seebrise die Nachmittage, und genau dort wächst der straffere, zitrische Chardonnay.
Im Januar, dem wärmsten Monat, steigen die Temperaturen in Napier im Mittel auf fünfundzwanzig Grad, nachts sinken sie auf fünfzehn. Im Juli bleiben es tagsüber vierzehn Grad. Nachts sind es sechs, mild genug, dass Frost in den Tieflagen selten überhaupt ein Thema wird.
Diese Ruhe hat allerdings Grenzen. Am 14. Februar 2023 erreichte Zyklon Gabrielle die Region und schüttete in wenigen Tagen so viel Regen aus wie sonst in einem halben Jahr, mit Folgen, die bis heute nachwirken. Sechs Prozent der Rebflächen wurden schwer beschädigt. In Esk Valley, Puketapu und Pakowhai begruben Fluss und Schlamm ganze Weinberge unter meterhohem Sediment.
Winzer planen seitdem vorsichtiger. Sie ziehen die Drähte höher, halten mehr Abstand zu den Flussläufen und behalten jede Wettervorhersage im Februar besonders wach im Blick.