Region & Geschichte in der Region Hawke’s Bay

Missionare bis Schotter

Region & Geschichte

Lange bevor ein Europäer die Bucht sah, nannten die Māori sie Te Matau-a-Māui, den Fischhaken des Halbgotts Māui, mit dem er der Überlieferung nach die Nordinsel aus dem Meer zog. Cape Kidnappers ist dieser Haken. Hier lebt seit dem sechzehnten Jahrhundert der Stamm Ngāti Kahungunu. James Cook segelte 1769 vorbei, und weil seine Besatzung vor der Küste einen tahitianischen Jungen von Bord entführte, blieb der Landzunge bis heute ein englischer Name, der an genau diesen Vorfall erinnert. Der Junge kam wieder frei.

Wein kam erst achtzig Jahre später, mit französischen Marist-Missionaren. Sie pflanzten 1851 bei Pakowhai die ersten Reben, nur um Messwein für die eigene Gemeinde herzustellen, und begründeten damit nebenbei Mission Estate, bis heute Neuseelands älteste durchgehend arbeitende Weinquelle. Die Anlage zog später ins hochwassersicherere Meeanee um. 1909 wurde sogar das Hauptgebäude in elf Teile zerlegt und über fast fünf Kilometer zum heutigen Standort in Taradale gezogen, reiner Aufwand gegen die immer wiederkehrenden Fluten des Ngaruroro.

1931 traf ein Erdbeben der Stärke 7,8 die Region. Napier lag in Schutt, in der Mission stürzte die Steinkapelle ein, und zwei Priester sowie sieben Schüler starben unter den Trümmern. Wiederaufgebaut wurde trotzdem. Napier entstand als Art-déco-Stadt neu, und rings um die Stadt blieben die Weinberge einfach stehen, als wäre nichts gewesen.

Kurz zuvor, 1892, hatte Bernard Chambers auf den nordseitigen Hängen der Havelock Hills seine ersten Reben gesetzt, die Keimzelle von Te Mata Estate, das seither auf demselben Grundstück ununterbrochen keltert. Bis in die frühen Zwanzigerjahre kamen drei weitere Güter dazu. Hawke’s Bay zählt seither zu den ältesten Weinbaugebieten Neuseelands.

Eine karge Kiesfläche nordwestlich von Hastings blieb davon lange unberührt, zu steinig für Ackerbau, jahrzehntelang nur Schießplatz, Mülldeponie und Lagerplatz. Erst 1981 kamen dort die ersten Reben in den Boden. Aus der Ödfläche wurde Gimblett Gravels. Seit dem 26. Februar 2018 steht Hawke’s Bay zudem als geografische Angabe im neuseeländischen Register der IPONZ, spät im Vergleich zu Europa.

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