Böden in der Region Kamptal

Löss & Perm

Böden

Grab am Heiligenstein bei Zöbing ein Loch, und du triffst schnell auf Stein, rötlich und brüchig. Dieser Stein stammt aus einer Wüste, die es vor rund 270 Millionen Jahren an genau dieser Stelle gab, als das Land noch flach lag und nahe am Äquator. Der Druck der Jahrmillionen presste das Ganze zu Gestein. Geologen nennen dieses Gemisch heute den Zöbinger Perm, eine Formation, die es in dieser Form sonst nirgends in Österreich gibt.

Zwischen dem Sandstein liegen dunklere Brocken aus vulkanischem Material, eingeschlossen wie Fremdkörper aus Ausbrüchen, die zur selben Zeit in der Nähe stattfanden. Diese Mischung macht den Hang so besonders, dass ein Teil davon heute Naturschutzgebiet ist. Dort wachsen Steppenpflanzen, die sonst kaum irgendwo in Mitteleuropa vorkommen. Die Kuhschelle etwa, oder die Steppensegge — beide eigentlich weiter östlich zu Hause.

Für die Rebe ist dieser Boden eine harte Schule. Die Humusschicht ist dünn, kaum eine Handbreit. Darunter kommt fast sofort das verwitterte Gestein, durch das Wasser rasch abläuft und in dem Nährstoffe kaum hängen bleiben. Die Wurzel muss sich durch jede Spalte zwängen, nur um an Feuchtigkeit zu kommen, und genau das kostet sie Kraft, bremst ihren Wuchs und liefert am Ende kleine, konzentrierte Beeren. Aus solchen Beeren entsteht der dichte Riesling vom Heiligenstein.

Weiter südlich, um Langenlois und Gobelsburg, sieht die Erde völlig anders aus. Dort liegt mächtiger Löss, feiner, gelblicher Windstaub aus der letzten Eiszeit, oft mehrere Meter tief. Er hält Wasser gut, wärmt sich rasch auf, und die Weine von dort wachsen spürbar breiter und weicher. Zwischen beiden Extremen, Fels und Löss, liegen die Übergänge, in denen die meisten Kamptaler Weingärten tatsächlich stehen.

Ein Irrglaube hält sich hartnäckig: dass ein Wein nach dem Gestein schmeckt, auf dem er wächst. Über die Wurzel gelangen nur gelöste Salze in winzigsten Mengen ins Glas. Das reicht nicht, um Geschmack zu prägen. Was den Boden wirklich hörbar macht, ist sein Umweg über Wasser, Wärme und Wurzeltiefe — und der ist am Heiligenstein besonders lang.

Grab dich durchSchicht antippen

Dünne, steinige Auflage mit Trockenrasen und Steppenkräutern wie der Kuhschelle. In einem Weingarten am Heiligenstein selten mehr als eine Handbreit tief.

Die Wurzel: Hier sitzen nur die Feinwurzeln. Nach wenigen heißen Tagen ist diese Schicht bereits staubtrocken.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.