Rebsorten in der Region Kamptal

Veltliner & Riesling

Rebsorten

Eine Sorte trägt das Kamptal wie kein zweites Gebiet Österreichs. Grüner Veltliner steht auf gut 55 Prozent der rund 3.570 Hektar Rebfläche, das sind knapp 1.965 Hektar, so eine Erhebung aus 2022. Riesling kommt nur auf gut zehn Prozent. Doch er besetzt die besten Hänge: Heiligenstein, Gaisberg, Käferberg. Wo der Fels am nächsten unter der Erde liegt, wächst hier fast immer Riesling und nicht Veltliner.

Lange wusste niemand, woher der Grüne Veltliner eigentlich stammt. Erst 2009 klärte eine DNA-Studie unter Ferdinand Regner an der Klosterneuburger Lehranstalt seine Herkunft, nach jahrelanger Suche unter Dutzenden möglichen Kandidaten. Ein Elternteil ist Traminer. Der andere war bis ins Jahr 2000 praktisch verschollen: ein einzelner, überwucherter Rebstock auf einer Weide bei Sankt Georgen im Burgenland. Niemand pflegte ihn mehr, und er wäre kurz darauf beinahe ausgerissen worden, bevor jemand seinen Wert erkannte.

Erkennen lässt sich Grüner Veltliner an einem Duft, den Winzer liebevoll das Pfefferl nennen. Verantwortlich dafür ist Rotundon, derselbe Aromastoff, der auch schwarzen Pfeffer scharf riechen lässt. Eine österreichische Untersuchung an über hundert Proben fand im Schnitt rund 31,7 Nanogramm je Liter, mit deutlich mehr in kühlen, regenreichen Jahrgängen als in heißen und trockenen. Nicht jeder riecht das. Schätzungen zufolge kann etwa ein Fünftel aller Menschen Rotundon gar nicht wahrnehmen, ganz gleich, wie viel davon im Glas steckt und wie sorgfältig der Winzer gearbeitet hat.

Seit 2024 stehen auch Chardonnay, Weißburgunder und Grauburgunder unter dem Kamptal-DAC-Siegel, sortenrein oder als Cuvée mit den beiden Leitsorten. Groß auf dem Etikett stehen dürfen ihre Namen trotzdem nicht. Und dann ist da noch Zweigelt, die Hauptsorte für Rotwein im Kamptal, mit gut 456 Hektar sogar die zweitgrößte Rebsorte überhaupt. Doch DAC-Weine dürfen aus ihr nicht entstehen, sein Wein trägt stattdessen nur die weitere Herkunft Niederösterreich.

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