Rebsorten in der Region Wachau

Veltliner & Riesling

Rebsorten

Wer zum ersten Mal einen Grünen Veltliner aus der Wachau probiert, wundert sich oft über einen Geruch, den man eher am Gewürzregal erwartet: weißer Pfeffer. Verantwortlich dafür ist ein Duftstoff mit dem Namen Rotundon. Er steckt auch in echtem Pfeffer, und keine andere Rebsorte bildet davon so verlässlich so viel. Rund die Hälfte aller Weinberge der Wachau trägt diese eine Sorte. Sie ist das Rückgrat der Region.

Der zweite Pfeiler heißt Riesling. Er steht auf knapp einem Fünftel der Fläche, deutlich kleiner als Veltliner, dafür an den steilsten und kargsten Stellen zu Hause. Rieden wie Achleiten in Weißenkirchen, Singerriedel in Spitz oder Klaus bei Unterloiben gelten als seine besten Adressen, alle auf stark verwittertem Urgestein. Dort reift er langsam. Er hält seine Säure fest und entwickelt über die Jahre Aromen von reifem Pfirsich, manchmal auch einen rauchigen, feuersteinartigen Ton. Nur diese zwei Sorten, Grüner Veltliner und Riesling, dürfen im strengsten DAC-System als Riedenwein mit dem Namen einer einzelnen Lage auf die Flasche.

Eine dritte Sorte erzählt die kurioseste Geschichte der Wachau. Um 1850 sollen zwei Winzer bei Arnsdorf ein Rebenbündel aus der Donau gefischt und es aus Neugier gepflanzt haben. Was daraus wuchs, war eine Sorte, die es vorher nirgends gab. Genanalysen bestätigten später, dass sie eine natürliche Kreuzung aus Rotem Veltliner und Sylvaner ist. Man nannte die neue Sorte Neuburger, nach dem nahen Ort. Sie liefert milde, nussige Weine mit wenig Säure — der ruhige Gegenpol zum scharfen Riesling.

Für Ortsweine mit dem Namen einer Gemeinde sind neben Veltliner, Riesling und Neuburger noch sechs weitere Sorten zugelassen: Weißer und Grauer Burgunder, Chardonnay, Muskateller, Sauvignon Blanc und Traminer. Alle zusammen zeigen, wie stark die Wachau auf Weißwein setzt. Rotwein macht gerade einmal sechs Prozent der Fläche aus, ein Randphänomen neben so viel Weiß. Meist ist es Blauer Zweigelt, mit etwas Pinot Noir und Sankt Laurent dahinter.

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