Region & Geschichte in der Region Wachau

Römer bis DAC

Region & Geschichte

Schon die Kelten setzten Reben an die Steilhänge über der Donau. Das war, bevor Rom aus der Gegend eine Provinz machte. Die Römer übernahmen den Anbau und bauten am Fluss ein Kastell namens Favianis, an dessen Stelle heute das Städtchen Mautern steht. Dorthin zog sich im fünften Jahrhundert ein Mönch zurück, Severin, und sein Biograf notierte knapp, er sei „ad vineas“ gegangen — in die Weinberge. Drei lateinische Worte, der älteste schriftliche Beleg für Wein in der Wachau.

Die eigentliche Formung des Tals kam erst im Mittelalter. Zwischen 1000 und 1300 legten Klöster wie Melk und Göttweig gemeinsam mit bayerischen Grundherren die Steilhänge in Terrassen an. Jede Mauer entstand von Hand, Stein auf Stein, ohne Mörtel. Über zwei Millionen Quadratmeter solcher Trockenmauern stehen bis heute, mehr als vierzig Prozent der Weinberge ruhen auf ihnen. Kein Bagger hat je geholfen.

Wie mächtig die Familie war, die über dieses Tal wachte, zeigt eine berühmte Geschichte. Die Kuenringer bewachten die Burg Dürnstein hoch über dem Fluss. Im Winter 1192 brachte Herzog Leopold der Fünfte dort einen prominenten Gefangenen unter: Richard Löwenherz, König von England, auf der Heimreise vom Kreuzzug gefasst. Ein gewaltiges Lösegeld kaufte ihn frei und finanzierte den Ausbau der Burg. Lange bevor jemand an Wein als Exportgut dachte, floss hier schon Geld in Mauern.

Modern wurde die Wachau durch eine Selbstverpflichtung von vier Winzern. Franz Hirtzberger, Josef Jamek, Franz Prager und Willi Schwengler gründeten 1983 die Vereinigung Vinea Wachau Nobilis Districtus. Als die EU ab 2006 sogenannten Designerwein, industriell mit zugesetzten Aromen und Farbstoffen hergestellt, erlaubte, antwortete die Vereinigung mit dem Codex Wachau, einer schriftlichen Selbstverpflichtung auf reinen, unverfälschten Wein. Darin stehen die drei Namen, die man an jeder Weinkarte der Region liest: Steinfeder, Federspiel, Smaragd.

Zwei Jahreszahlen setzen den Schlusspunkt. Im Dezember 2000 erklärte die UNESCO die Wachau, die Altstadt von Krems und die Stifte Melk und Göttweig zum Weltkulturerbe, als lebendige Kulturlandschaft. Zwanzig Jahre später, mit dem Jahrgang 2020, bekam die Region ihr eigenes Herkunftssystem: Wachau DAC, mit drei Stufen von Gebietswein bis zum benannten Riedenwein. Zwei Systeme stehen seither nebeneinander, und die meisten Betriebe nutzen beide.

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