Region & Geschichte in der Region Alentejo

Talha und Reform

Region & Geschichte

Die Tartessos pflanzten hier Reben, lange bevor die Römer kamen. Dieses alte Volk lebte im heutigen Südspanien und Südportugal, und der Weinbau war bei seiner Ankunft im Alentejo bereits da. Die Römer weiteten ihn aus; sie schickten Wein von hier nach Rom, und sie brachten ein Gefäß mit, das die Region bis heute prägt: die talha. Das ist ein bauchiger Tonkrug, in dem Trauben mit Schalen und Stielen gären. Innen dichtete man ihn mit Pinienharz ab, damit der poröse Ton den Wein nicht aufsaugt. Zweitausend Jahre später steht dieselbe Form noch immer in manchen Kellern.

Im achten Jahrhundert kam der maurische Einfall, der den Weinbau zurückdrängte, auch wenn er nie ganz verschwand. Nach der Reconquista blühte er wieder auf. Im sechzehnten Jahrhundert galten die Weine aus Évora als die besten des Landes. Dann kam eine Krise von innen: der Estado Novo, Portugals Diktatur bis 1974, setzte im zwanzigsten Jahrhundert auf Weizen statt auf Wein. Die Reben wichen auf die schlechteren Böden am Rand der Felder aus.

Erst spät fand die Region eine eigene Ordnung. 1988 wurden die ersten Herkunftsbezeichnungen des Alentejo amtlich geregelt. Ein Jahr später kam mit der CVRA die Aufsichtsbehörde dazu, die bis heute Herkunft und Qualität kontrolliert. Dazwischen lag die Nelkenrevolution von 1974. Sie brachte 1975 eine Landreform: Landarbeiter besetzten mehr als eine Million Hektar, unter der Parole, das Land gehöre dem, der es bearbeitet. Aus dieser Bewegung entstanden Genossenschaftskellereien; sie begründeten mit einfachen, verlässlichen Weinen zum guten Preis den Ruf des Alentejo in ganz Portugal. Das wirkt bis heute nach.

Nicht jedes Gut überstand die Reform unbeschadet. Das Weingut Esporão wurde 1975 verstaatlicht. Erst 1982 kam es zurück an seine Besitzer, und der erste Jahrgang unter ihrer alten, neuen Führung kam 1985 in den Verkauf. Wenig später, 1990, kaufte João Portugal Ramos seine ersten fünf Hektar bei Estremoz. Bis dahin war er nur Berater für fremde Keller gewesen; jetzt begann er, unter eigenem Namen abzufüllen. Aus einer Region der Genossenschaften wurde binnen weniger Jahre auch eine der Einzelgüter, ohne dass die alte Tonform je aus den Kellern verschwand.

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