
Warum Nebel zählt
Klima
Cotnari liegt im Nordosten Rumäniens. Die Hügel um Iași liegen näher an der Ukraine als am Meer. Hier herrscht ein gemäßigt-kontinentales Klima, nach Köppen die Zone Dfb, mit kalten Wintern und milden bis warmen Sommern, die für Weißwein und Edelfäule gleichermaßen taugen.
Die Vegetationsperiode dauert rund hundertneunzig Tage. Sie reicht von Anfang April bis Ende September. An den sonnenzugewandten Hängen fällt in dieser Zeit viel Licht, bis zu 93 Kilokalorien pro Quadratzentimeter Sonnenenergie im Jahr, und im Juli liegen die Temperaturen im Schnitt zwischen neunzehn und einundzwanzig Grad.
Regen fällt eher selten. Im Schnitt kommen knapp 475 Millimeter Niederschlag pro Jahr zusammen, deutlich weniger als in vielen anderen Weinbaugebieten Europas. Die Reben stehen deshalb selten im Nassen, was Pilzkrankheiten fernhält, die bei ständiger Feuchte den ganzen Ertrag verderben könnten.
Der Herbst entscheidet über den süßen Wein von Cotnari. Nachts legt sich in manchen Wochen Nebel über die Hänge bei Cotnari und Hârlău. Tagsüber scheint trotzdem die Sonne, und genau dieser Wechsel lässt den Pilz Botrytis cinerea zur Edelfäule werden, statt die Trauben einfach zu verderben, wie es an feuchteren, wärmeren Orten oft geschieht.
Der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar. Die Region bleibt kühler als die meisten Weinbaugebiete Südeuropas, doch auch hier verschieben wärmere Herbste die Lese von Jahr zu Jahr weiter nach hinten. Winzer beobachten deshalb genau, wann der Nebel kommt und wann die Sonne durchbricht. Der Unterschied liegt oft in wenigen Tagen.