
Fetească Neagră voran
Rebsorten
Eine einheimische Sorte gibt hier den Ton an. Fetească Neagră heißt übersetzt Schwarzes Mädchen. Gute Weine reifen zehn Jahre und länger. Sie gilt als eine der ältesten Rebsorten Rumäniens überhaupt, zeigt im Glas ein dunkles, fast undurchsichtiges Rubinrot und bringt Aromen von schwarzer Kirsche, Brombeere und Pflaume mit, oft ergänzt durch einen Hauch Veilchen und, mit den Jahren im Keller, durch Gewürz, Tabak und Leder.
Am Gaumen greifen die Tannine fein zu. Burgund Mare ist der rumänische Name für Blaufränkisch. Diese Sorte bringt zusätzliche Struktur mit. Jener pelzige Griff im Mund, den man von stark gezogenem Tee kennt, bleibt bei Fetească Neagră fein statt hart, gepaart mit mittlerem bis kräftigem Körper und lebendiger Säure, weshalb die Traube zum Rückgrat der roten Cuvées von Dealu Mare wird.
Internationale Gäste kamen seit den Neunzigern dazu. Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Zweigelt wachsen hier. Damals hatte das in Rumänien niemand versucht. Sie stehen heute nebeneinander in denselben Weinbergen wie Fetească Neagră, oft gemischt in einer einzigen Cuvée, und genau diese Mischung aus alter Sorte und neuen Ankömmlingen machte SERVE in Ceptura einst berühmt, als ihre erste Cuvée beide Welten miteinander verband.
Im Osten dreht sich alles um eine andere Traube. Tămâioasă Românească heißt wörtlich Rumänischer Weihrauch. Fetească Albă und Fetească Regală sind hellere Verwandte. Benannt nach ihrem intensiven Duft nach Rosen, Orangenblüte und eben Weihrauch, gilt sie als die emblematische Sorte der Gemeinde Pietroasele und liefert dort trockene ebenso wie edelsüße Weine, während ihre helleren Verwandten anderswo in der Region für frischere, leichtere Weißweine sorgen.