
Windschatten der Hügel
Klima
Nur wenige Kilometer südlich von Brda pfeift die Bora mit über hundertfünfzig Stundenkilometern über die kahle Hochebene des Karsts. In Brda kommt davon fast nichts an. Der Sabotin im Norden und die Kuppe des Korada im Osten, immerhin 812 Meter hoch, blocken den kalten Wind fast vollständig ab, und übrig bleibt nur ein mildes Becken zwischen den Bergen und der Adria.
Stattdessen weht meist der Jugo, ein warmer, feuchter Wind aus Südost, der die Adriaküste mit dem Binnenland verbindet. Die Winter sind entsprechend mild, im Januar liegt die Durchschnittstemperatur bei etwa drei Grad. Frost ist auf den Hügeln selten. Er sammelt sich höchstens in den flachen Senken zwischen den Terrassen, wo kalte Luft nachts absackt. Dazu kommt viel Sonne. Mit rund 2.400 Stunden im Jahr zählt Brda zu den sonnigsten Gegenden Sloweniens. Gleichzeitig fallen fast 1.700 Millimeter Regen, übers Jahr verteilt.
Innerhalb der Region macht schon die Höhe einen Unterschied. Auf den tiefer gelegenen, flacheren Lagen wird zehn bis vierzehn Tage früher gelesen als oben auf den kühleren Hängen. Dort erwärmt sich die Luft schneller und kühlt auch schneller wieder ab. Genau dieser Wechsel zwischen warmem Tag und kühler Nacht hält die Säure in der Rebula fest, während die Aromen weiterreifen.
Der Klimawandel zeigt sich in Brda von einer ungewohnten Seite. Andernorts bedeutet er meist zu viel Reife und zu wenig Säure. Rebula dagegen tat sich in kühleren Jahren oft schwer, überhaupt richtig auszureifen, und ausgerechnet die steigende Wärme der letzten Jahrzehnte — die Vegetationsperiode in der Primorska erwärmte sich seit 1991 um bis zu 1,7 Grad — hilft der Sorte heute mehr, als sie ihr schadet. Ein Weinberg, dem die Erwärmung nützt, ist in Europa mittlerweile die Ausnahme.