Rebsorten in der Region Goriška Brda

Rebula & Jakot

Rebsorten

Eine einzige weiße Rebe prägt das Bild von Brda. Rebula ist seit 1336 belegt und mit gut einem Viertel der Rebfläche die mit Abstand wichtigste Sorte der Gegend. Sie ist dünnschalig und bringt viel Säure mit, reift aber erst spät im Herbst. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten reichte die Wärme dafür in manchen Lagen kaum aus. Über die Grenze hinweg, keine zehn Kilometer westlich, heißt genau dieselbe Traube Ribolla Gialla. Zwei Namen, eine Rebe, ein geteilter Hügel.

Im Glas riecht Rebula nach grünem Apfel, Zitrusschale und Wiesenblüten. Im Abgang bleibt ein bittermandelartiger Ton stehen, der die Sorte verrät. Wer die Schale wochenlang im Most lässt, statt sie sofort abzupressen, bekommt einen völlig anderen Wein. Bernsteinfarben, mit Gerbstoff und Aromen nach Quitte, Honig und getrockneter Aprikose. Beide Weine kommen aus derselben Traube. Der Unterschied entsteht ausschließlich im Keller.

Die zweite Hauptfigur trägt einen Namen, der aus einem Streit entstand. Die Rebe hieß hier wie in Friaul jahrzehntelang Tokajer-Sorte, bis die EU den Namen Tokaj allein Ungarn zusprach. Italien nannte seine Version danach Friulano. Slowenien ging 2013 einen schrägeren Weg und taufte die Sorte Jakot, schlicht das Wort Tokaj rückwärts gelesen. Der Wein selbst blieb, wie er war: trocken, kräftig, mit einem leicht grasigen Ton.

Daneben stehen die Zugewanderten, und sie belegen inzwischen mehr Fläche als alle einheimischen Sorten zusammen. Merlot kommt auf etwa ein Fünftel der Rebfläche, Chardonnay auf ungefähr ein Sechstel, dazu Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und Pinot Noir. Sie kamen vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Genossenschaft neu bepflanzte und auf internationalen Geschmack setzte. Vereinzelt steht auch noch Pikolit in Brda, eine Rebe mit einer Marotte: Ein großer Teil ihrer Blüten bleibt unbefruchtet und verkümmert, weshalb ein Hektar davon kaum Trauben liefert — dafür wird daraus einer der süßesten und teuersten Weine der Gegend.

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