
Sauvignon & Šipon
Rebsorten
Fast jede zehnte Flasche slowenischen Weins stammt aus diesem Gebiet, und neun von zehn sind weiß. Sauvignon ist die Sorte, mit der Štajerska Slovenija sich einen Namen gemacht hat. Anders als im Loiretal riecht er hier seltener nach frisch gemähtem Gras. Stattdessen duftet er nach Holunderblüte und grüner Paprika, manchmal mit einem Hauch Tomatenblatt darunter. Verantwortlich dafür sind die kühlen Nächte in diesen Hügeln, die den typischen Duftstoffen der Traube reichlich Zeit lassen, sich in Ruhe zu bilden, statt in der Hitze gleich wieder zu verfliegen.
Genauso wichtig ist eine Sorte, die anderswo kaum jemand kennt: Šipon, wie der Furmint hier heißt. In den Jeruzalemer Goricen wächst er seit Jahrhunderten, unter anderem auf dem Gut der Familie Kupljen, die seit 1836 in Jeruzalem Wein macht. Alte Stöcke sind hier keine Seltenheit. Šipon reicht von ganz trocken und fast salzig bis zu dickflüssig süßen Prädikatsweinen, je nachdem, wie lange die Trauben am Stock bleiben. Diese Bandbreite innerhalb einer einzigen Sorte findet man selten.
Den Grundwein liefert seit jeher der Laški rizling, hierzulande auch Welschriesling genannt: leicht, unkompliziert, meist jung getrunken. Sein Verwandter Renski rizling verlangt mehr Geduld und mehr Sonne, dafür schmeckt er nach Steinobst und hält länger. Beide brauchen Zeit. Dazu kommen Rumeni Muškat mit seinem unverkennbaren Traubenduft und Traminec mit Rosenwasser und Litschi. Chardonnay rundet die Palette ab, er wird in Gornja Radgona vor allem zu Schaumwein vergoren.
Rote Trauben spielen hier die Nebenrolle, aber keine kleine. Auf den warmen Südhängen der Haloze reift Modra Frankinja zu kräftigem, dunklem Rotwein. Im Zentrum von Maribor erinnert eine einzelne, sehr alte Rebe an eine ganz andere Sorte: die Žametovka, auch Modra kavčina genannt. Diese Stara trta ist über vierhundertvierzig Jahre alt. Das feiert die ganze Region. Sie trägt jeden Herbst noch Trauben und steht seit 2004 als älteste Weinrebe der Welt im Guinness-Buch der Rekorde.