Region & Geschichte in der Region Štajerska

Poetovio bis Jeruzalem

Region & Geschichte

Lange bevor jemand das Wort Terroir benutzte, das Zusammenspiel aus Boden und Geschmack, wuchsen an sonnigen Hängen bei Ptuj Reben. Kelten und Illyrer pflanzten sie zuerst, die Römer bauten darauf auf und nannten die Stadt Poetovio. Unter Kaiser Trajan erhielt sie im Jahr 103 das Stadtrecht. Sie wuchs zu einer der größten Städte im heutigen Slowenien heran, mit eigenem Mithras-Kult und zeitweise bis zu vierzigtausend Menschen im Umland. Ptuj gilt bis heute als älteste Stadt des Landes.

Die Weinkultur riss seitdem nie ab. 1239 gründeten Minoriten mitten in der Stadt ein Kloster und darunter einen Weinkeller, und von diesem Tag an wurde in Ptuj ohne Unterbrechung Wein gekeltert. Der Betrieb heißt heute Ptujska klet und führt Marken wie Pullus und Haložan. Tief in seinem Archiv liegt eine einzige Flasche aus dem Jahr 1917, gefüllt mit Trauben aus den Haloze. Kellermeister und Bürgermeister Jožef Ornig legte sie damals ein. Sein Sohn Pavel mauerte das Archiv im Zweiten Weltkrieg zu, damit keine Plünderer sie fanden. Der Wein trägt den Namen Zlata trta und gilt als der älteste erhaltene slowenische Wein überhaupt.

Nordöstlich von Ptuj erzählt ein Hügel eine andere Geschichte. Deutschordensritter sollen von einer Pilgerfahrt ins Heilige Land ein Marienbild mitgebracht und ihm auf diesem Hügel einen Turm gebaut haben, benannt nach der Stadt, aus der sie kamen: Jeruzalem. Drei verschiedene Fassungen dieser Legende sind überliefert, beweisen lässt sich keine. Belegt ist dagegen, dass hier schon im vierzehnten Jahrhundert Lehnsherren Weinberge verpachteten, und eine Ansicht von 1681 zeigt die Hügel zwischen Ljutomer und Ormož bereits vollständig mit Reben bedeckt.

Terrassiert waren diese steilen Hänge damals noch nicht. Das begann erst nach 1965, rund um die Weiler Slamnjak, Ilovci und Železne dveri, und die Genossenschaft Jeruzalem-Ormož trieb die Arbeit bis in die späten Achtzigerjahre voran. 1976 stellte die Gemeinde Ljutomer den Landschaftspark Ljutomerski ribniki in Jeruzalemske gorice unter Schutz, 1992 folgte Ormož mit einem eigenen Park. Zusammen umfassen sie heute 581 Hektar Rebfläche, ein Drittel davon terrassiert. Zwischen den Reihen stehen bis heute kleine steinerne Zidanice, in denen Winzerfamilien ihren eigenen Wein ausschenken.

Das jüngste Kapitel begann mit Blasen statt mit Trauben. 1852 verkaufte ein Winzer namens Kleinošek aus Gornja Radgona, der zuvor in der Champagne das Handwerk gelernt hatte, den ersten slowenischen Schaumwein nach klassischer Methode. Verwaltet wurde das Gebiet lange in sechs getrennten Bezirken, von Ljutomer-Ormož bis Šmarje-Virštanj. Erst 2006 wurden sie zu einem einzigen Weinbaugebiet zusammengelegt: Štajerska Slovenija.

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