Klima in der Region Priorat

Trockenheit und Kühle

Klima

Nur wenig vom Mittelmeer kommt hier tatsächlich an, obwohl das Priorat gerade einmal fünfundzwanzig Kilometer von der Küste entfernt liegt. Die Berge dazwischen blockieren fast jeden feuchten, milden Wind, und übrig bleibt ein raues Binnenklima mitten in einer Küstenprovinz.

Im Norden schiebt sich die Bergkette der Serra de Montsant wie eine Mauer vor das Tal. Sie hält die kalten Nordwinde ab, die sonst über die Ebene fegen würden. Was durchkommt, sind vor allem Winde aus Nordwesten. Sie trocknen die Blätter nach Regen schnell ab und lassen Pilzkrankheiten kaum eine Chance, was den Winzern erlaubt, mit wenig Spritzmitteln auszukommen.

Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen vierzehn und fünfzehn Grad, eine eher milde Zahl für ein Gebiet, das im Sommer Spitzenwerte von deutlich über dreißig Grad erreicht. Der Grund für den Widerspruch liegt in der Nacht: Sobald die Sonne untergeht, kühlt es auf den steilen Hängen rasch ab, und der Unterschied zwischen Tageshitze und Nachtkühle kann zehn Grad und mehr betragen. Die Rebe nutzt beide Seiten. Tagsüber reift die Beere, nachts bleibt die Säure erhalten.

Regen fällt selten und unregelmäßig, im Schnitt zwischen vierhundert und fünfhundert Litern pro Quadratmeter im Jahr. Das ist wenig, kaum mehr als in trockenen Teilen Andalusiens. An manchen Hängen liegt es sogar noch darunter. Bewässerung ist deshalb streng geregelt und nur erlaubt, wenn sonst die Pflanze selbst gefährdet wäre. Die meisten Reben stehen im Trockenanbau, ganz ohne künstliche Zufuhr.

Innerhalb dieser kleinen Fläche liegen die Weinberge zwischen hundert und siebenhundert Metern über dem Meer, und der Unterschied ist im Glas zu schmecken. Wein aus den tiefen Lagen um Falset wirkt oft üppiger und reift früher. Trauben aus den kühleren Hängen um Escaladei werden dagegen später gelesen und bleiben straffer. Ein einziges kleines Tal erzeugt so ganz verschiedene Weine, ohne dass sich die Rebsorte ändert.

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