Rebsorten in der Region Rueda

Verdejo & Cenicienta

Rebsorten

Eine Traube trägt fast die ganze Region. Verdejo heißt sie, nach der grünlichen Farbe ihrer Schale. Eine Überlieferung bringt sie mit maurischen Siedlern in Verbindung, die während der Rückeroberung unter König Alfons dem Sechsten in dieses Tal am Duero kamen, lange bevor jemand hier an Wein als Exportgut dachte. Belegt ist das nicht lückenlos. Als einheimisch gilt die Rebe trotzdem seit Langem, und sie prägt praktisch jeden Wein von hier.

Traditionell wuchs Verdejo als niedriger Busch ohne Drahtgerüst, auf Spanisch vaso genannt, weit auseinander gepflanzt, damit jede einzelne Pflanze in dieser trockenen Erde noch genug vom knappen Wasser abbekam. Heute stehen viele jüngere Anlagen am Draht. Das erlaubt mehr Ertrag. Neupflanzungen brauchen seit 2019 trotzdem mindestens elftausendhundert Stöcke je Hektar. Ein Wein, der schlicht Rueda heißt, muss zu mindestens fünfundsiebzig Prozent aus den Hauptsorten bestehen. Steht Verdejo allein auf dem Etikett, müssen mindestens fünfundachtzig Prozent davon aus dieser einen Traube stammen.

Neben Verdejo zählen inzwischen auch Sauvignon Blanc, Viura, Chardonnay und Viognier zu den Hauptsorten. Alle vier wurden erst in Reformen der letzten Jahre so eingestuft, zuletzt Chardonnay und Viognier im Jahr 2024. Riesling, Gewürztraminer und zwei Muskatellersorten dürfen als Nebensorten dazu. Palomino Fino darf zwar weiter geerntet werden. Neu gepflanzt werden darf die alte Basis der oxidativen Weine dagegen nirgends mehr, sie stirbt langsam aus dem Weinberg heraus, obwohl der Wein aus ihr weiterlebt.

Bei den roten Trauben dominiert Tempranillo. Cabernet Sauvignon, Merlot, Garnacha Tinta, Syrah und seit 2024 Bruñal ergänzen ihn. Interessanter ist ein Fund aus La Seca. Winzer Javier Sanz entdeckte dort eine alte, fast vergessene Rebe in einer historischen Parzelle und ließ sie über Jahre hinweg genau untersuchen, bevor er sicher sein konnte, was er da eigentlich gefunden hatte. Er gab ihr den Namen Cenicienta, weil die Blattunterseiten aschgrau schimmern. Seit 2024 zugelassen, ist sie die erste anerkannte einheimische rote Sorte der Region überhaupt.

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