Klima in der Region Rueda

Kälte, Hitze, Wind

Klima

Die Weinberge von Rueda liegen zwischen siebenhundert und achthundertsiebzig Metern über dem Meer. Sie stehen auf einer flachen, kargen Hochebene ohne jeden Schutz. Genau diese Höhe macht das Klima hart: lange, kalte Winter, kurze Frühlinge mit späten Nachtfrösten und heiße, trockene Sommer, die nur gelegentliche Gewitter unterbrechen.

Die Zahlen sind eindeutig. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei etwa elfeinhalb Grad. Die jährliche Schwankung beträgt rund siebzehn Grad. Extremwerte reichen von minus sechs bis minus zehn Grad im Winter bis zu siebenunddreißig Grad im Hochsommer. Frei von Frost ist der Boden im Schnitt nur von Ende April bis Mitte Oktober, ungefähr hundertachtzig Tage im Jahr. Dazu kommt wenig Regen, vierhundert bis vierhundertdreißig Millimeter, verteilt auf siebzig bis fünfundachtzig Tage.

Zwei Winde bestimmen das Wetter über den Dörfern von La Seca und Nava del Rey. Der eine kommt aus Westen, der andere aus Südwesten und heißt hier Ábrego; beide bringen im Herbst fast den gesamten Regen des Jahres. Sonst weht meist trockene Luft über die Ebene. Wer hier steht, spürt, wie schnell sich die Luft am Abend abkühlt. Genau dieser Sprung zwischen Tag und Nacht ist während der Reifezeit oft größer als zwanzig Grad und hält die Säure in der Traube fest, während die Sonne tagsüber für Zucker sorgt.

Wasser ist deshalb das knappste Gut. Die Reben mussten sich lange selbst behelfen. Früher gruben Winzer im Spätwinter einen Graben um jeden Stock, um Schmelzwasser zu sammeln. Im Frühsommer häuften sie wieder Erde darüber, manchmal bis zur Hälfte der Pflanze, damit die Sonne das Wasser nicht verdunsten ließ. Erst die Tropfbewässerung der letzten Jahrzehnte machte diese mühsame Handarbeit überflüssig. Die alten Wurzeln haben trotzdem längst gelernt, tief zu suchen statt an der Oberfläche zu warten.

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