
Bobotie, Snoek, Braai
Wein & Essen
Wer im Swartland isst, sitzt am Rand zweier Küchen. Die eine kam mit den ersten niederländisch-französischen Siedlern. Die andere ist die Cape-Malay-Küche, die versklavte und später freie Menschen aus Südostasien ans Kap brachten. Bobotie steht für diese Mischung wie kein zweites Gericht — gewürztes Hackfleisch mit Curry, Mandeln und Rosinen, gebacken unter einer Eierhaube, serviert mit gelbem Reis und süßem Chutney.
Süße und Würze zusammen brauchen einen Wein, der beides trägt, ohne selbst süß zu sein. Ein altes Bosstok-Chenin mit seiner leicht öligen Textur und dezenten Fruchtsüße hält dagegen. Ein trockener, tanninreicher Rotwein wirkt neben dem Curry meist bitter und dünn.
An der nahen Westküste bei St Helena Bay, selbst ein eigener Swartland-Ward, fängt man Snoek, einen langen, silbrigen Raubfisch. Traditionell wird er ganz über offener Glut gegrillt und dabei mit Aprikosenkonfitüre bestrichen. Rauch und Süße verbinden sich so auf der Haut. Das verlangt einen kühl servierten, salzigen Chenin und keinen schweren Rotwein.
Waterblommetjiebredie ist die winterliche Antwort darauf. Es ist ein Eintopf aus Hammelfleisch und Waterblommetjies, den essbaren Blüten einer heimischen Wasserpflanze, die zwischen Juni und September in den Feuchtgebieten des Westkaps blühen. Ihr leicht säuerlicher, blumiger Geschmack passt zu einem Rotwein mit genug Frucht, um dagegenzuhalten, aber ohne so viel Tannin, dass es die zarte Säure der Blüten erschlägt.
Am Wochenende ersetzt fast überall der Braai den Herd. Boerewors und Lammkoteletts brutzeln auf dem offenen Feuer, dazu Roosterkoek, Brot direkt über der Glut gebacken. Rauch und Fett verlangen nach Struktur, deshalb landet auf den meisten Swartland-Tischen dann ein kräftiger Syrah — derselbe Wein, der tagsüber im Weinberg gegen dieselbe trockene Hitze kämpft, die abends das Feuer entzündet.