Rebsorten in der Region Finger Lakes

Riesling & Hybriden

Rebsorten

Eine einzige weiße Sorte prägt heute das Bild der Region. Riesling steht auf rund 850 Acres, mehr als doppelt so viel wie Chardonnay auf Platz zwei, und ist damit die meistgepflanzte europäische Rebe der Finger Lakes. Kühle Nächte über dem Wasser halten ihre Säure hoch, selbst wenn der Zucker längst reif ist. Das Ergebnis schmeckt nach grünem Apfel und Limette, selten nach Frucht allein.

Bei den roten Sorten führt eine mit Wurzeln in Bordeaux. Cabernet Franc hat sich mit rund 240 Acres an die Spitze der roten Vinifera gesetzt, deutlich vor Pinot Noir und Cabernet Sauvignon. Ihre dünne Schale reift früher als die der meisten anderen Rotweinsorten, und genau das zählt in einer Saison, die im Oktober enden muss, bevor der erste harte Frost kommt. Im Glas zeigt sie sich schlank. Dazu kommen grüne Paprika, rote Kirsche und ein Tannin, das kaum an der Zunge klebt.

Die zweite Hälfte der Geschichte kommt nicht aus Europa, sondern aus dem eigenen Versuchsgarten. An der Cornell-Station in Geneva kreuzten Züchter über Jahrzehnte robuste amerikanische Reben mit empfindlicheren europäischen Sorten. Cayuga White, eine Kreuzung aus Schuyler und Seyval Blanc, kam so zu ihrem Namen und ihrer Kälteresistenz. Vignoles, seit 1970 unter diesem Namen im Umlauf, ergibt Weine mit einer Säure, die selbst hohe Restsüße noch frisch wirken lässt. Keine dieser Sorten macht Schlagzeilen. Ohne sie gäbe es die Region in ihrer heutigen Breite nicht.

Am kältesten Ende der Skala steht Vidal Blanc. Great Western Vineyards presste daraus 1981 den ersten Eiswein der Finger Lakes, aus Trauben, die am Stock gefroren waren. Heute kommen auch Riesling und Cabernet Franc für Eiswein infrage, aber Vidal bleibt wegen seiner dicken Schale und hohen Säure der Klassiker. So unterschiedlich die Sorten klingen: Vinifera macht insgesamt nur etwa ein Fünftel der gesamten Rebfläche rund um die Seen aus. Der Rest ist Concord und Niagara, angebaut für Saft und Traubengelee, nicht für die Flasche.

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