Rebsorten in der Region Napa Valley

Cabernet Sauvignon dominiert

Rebsorten

Eine Sorte regiert das Tal. Cabernet Sauvignon steht auf vierundfünfzig Prozent der gesamten Rebfläche im Napa Valley, umgerechnet mehr als zehntausend Hektar, mehr als in jedem anderen Weinbaugebiet der Vereinigten Staaten, und liegt damit weit vor jeder anderen kalifornischen Rebsorte. Das ist im Weinbau eine seltene Monokultur. Mehr als jede zweite Rebe im Tal trägt heute dieselbe Sorte.

Im Glas wirkt sie dunkel und dicht. Der Duft erinnert an schwarze Johannisbeere, die Kenner Cassis nennen, dazu kommen Zeder, geröstete Vanille vom Fass und manchmal ein Hauch Minze von den umliegenden Hügeln. Die Tannine wirken kräftig und griffig. Der Alkoholgehalt liegt oft über vierzehn Prozent, weil die Trauben in der kalifornischen Sonne mühelos reif werden. Genau diese Fülle machte den Wein 1976 beim Judgment of Paris berühmt.

Die zweitwichtigste Sorte ist weiß. Chardonnay bedeckt zwölf Prozent der Fläche, vor allem im kühleren Süden bei Carneros, nahe der San Pablo Bay, wo die Trauben ihre Säure behalten. Merlot und Sauvignon Blanc folgen. Beide zusammen kommen auf vierzehn Prozent, meist als Verschnittpartner für den großen Cabernet oder als eigenständiger Sommerwein für heiße Nachmittage.

Älter als vieles andere im Tal ist der Zinfandel. Italienische und kroatische Einwanderer brachten ihn im neunzehnten Jahrhundert mit, und einzelne Stöcke aus jener Zeit tragen bis heute Trauben, dickstämmig wie kleine Bäume nach mehr als hundert Jahren im selben Boden. Nur drei Prozent der Fläche tragen ihn noch. Sein Wein schmeckt nach eingekochten Brombeeren und schwarzem Pfeffer und erinnert daran, dass Napa nicht immer ein Cabernet-Tal war.

Welche Klone hier stehen, ist kein Zufall. Nach der Reblaus wurde jeder Weinberg auf amerikanischen Unterlagen neu aufgebaut, und in den Achtzigerjahren kam mit dem Import französischer Cabernet-Klone ein zweiter Neuanfang für das ganze Tal. Die Rebsorte selbst blieb die gleiche. Der Wein, den sie ergibt, ist es nicht.

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