Herstellung in der Region Sonoma

Nachhaltig & alt

Herstellung

2014 nahm sich der Verband der Weinbauern in Sonoma ein Ziel vor: der nachhaltigste Weinbau-Landkreis der Welt zu werden. Das hatte zuvor kein anderer Landkreis geschafft. Fünf Jahre lang ließen Betriebe ihre Weinberge einzeln prüfen, Parzelle für Parzelle, auf Wasserverbrauch, Bodenschutz und Chemieeinsatz. 2019 war es geschafft. Neunundneunzig Prozent der Rebfläche des Landkreises, rund 24.000 Hektar, trugen ein anerkanntes Nachhaltigkeitszertifikat. Kein Weinbaugebiet der Welt kommt bislang annähernd an diese Zahl heran.

Im Keller zeigt sich die Geschichte des Dry Creek Valley bis heute. Viele der ältesten Zinfandel-Parzellen sind sogenannte Mischsätze. Einzelne Reihen Petite Sirah oder Carignan stehen darin zwischen den Zinfandel-Stöcken, gepflanzt in einer Zeit, in der niemand Rebsorten einzeln erntete. Beim Keltern wandern bis heute oft alle Sorten gemeinsam in dieselbe Presse. Der Wein bekommt dadurch eine Tiefe, die eine einzelne Sorte allein seltener liefert.

Beim Pinot Noir aus dem Russian River Valley geht es um Zurückhaltung statt Kraft. Viele Betriebe lassen einen Teil der Trauben mit ganzen Rispen gären, Stielen und allem, wodurch der Wein mehr Struktur und einen Hauch grüner Würze bekommt. Kühl vergoren und meist in gebrauchtem statt neuem Holz ausgebaut, soll der Wein nach der Frucht der Region schmecken und nicht nach Fass. Zurückhaltung ist hier eine Kellerentscheidung, keine Notlösung.

Bei Cabernet Sauvignon aus dem Alexander Valley läuft es umgekehrt. Die dicke Schale und die kräftigen Tannine vertragen neues französisches Eichenholz gut. Viele Güter lassen den Wein deshalb deutlich länger im Fass reifen als einen hellen Weißwein. Manche mischen etwas amerikanische Eiche darunter, die dem Wein Kokos- und Vanillenoten gibt, ein Erbe aus einer Zeit, als heimisches Holz leichter zu bekommen war als importiertes. Zeit im Fass ersetzt hier, was der Boden an Kraft mitgibt.

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