
Zinfandel & Co.
Rebsorten
Kein Landkreis Kaliforniens baut so viele verschiedene Sorten in Ernstform an wie Sonoma, und das liegt an den Temperaturunterschieden zwischen den Tälern. Im Westen, wo der Nebel vom Pazifik durchzieht, reifen Pinot Noir und Chardonnay. Im Osten, wo die Mayacamas-Berge die Kühle abhalten, reift Cabernet Sauvignon. Dazwischen liegt Zinfandel, die Sorte mit der längsten eigenen Geschichte hier.
Die tiefste Geschichte hat Zinfandel im Dry Creek Valley, einem schmalen Seitental nordwestlich von Healdsburg. Der Franzose Georges Bloch pflanzte hier in den 1870er-Jahren die ersten Zinfandel-Reben. Binnen weniger Jahrzehnte stand die Sorte auf rund 360 Hektar des Tals. Manche dieser Stöcke stehen noch heute, über hundert Jahre alt, tief wurzelnd, mit winzigen Erträgen, aber dichtem, würzigem Wein. Alter zahlt sich hier aus.
Im Russian River Valley bestimmt der Nebel den Charakter des Weins. Der Fluss selbst wirkt wie ein Kanal für die kühle Meeresluft, die von der Küste bei Jenner bis weit ins Landesinnere zieht und dort oft bis in den Nachmittag liegen bleibt. In diesem kühlen, feuchten Klima wuchsen die Pinot-Noir-Flächen zwischen den späten Neunzigerjahren und 2003 von rund 1.600 auf über 4.800 Hektar. Auf Deutsch heißt diese Sorte Spätburgunder, und wer sie kennt, erkennt sie im Glas sofort wieder.
Ganz anders sieht es im Alexander Valley aus, das dem Russian River von der Grenze zu Mendocino bis nach Healdsburg folgt. Jahrtausende an Flussschlingen hinterließen dort tiefen Kies unter der Ackerkrume, ähnlich wie in den besten Lagen von Bordeaux. Auf diesen warmen, durchlässigen Böden reift Cabernet Sauvignon zuverlässig aus. Die Sorte prägt das Tal wie keine andere.