
Gerste und Roggen
Getreide
Auf einer vierhundert Acres großen Farm im tasmanischen Hochland wächst die Gerste, die später im eigenen Kessel landet. Lawrenny Estate baut sein Korn selbst an, mälzt und brennt es auf demselben Grundstück. Diesen Ablauf findet man kaum irgendwo sonst auf der Insel in dieser Konsequenz.
Eine noch deutlichere Ausnahme bildet Belgrove, eine kleine Farm-Destillerie auf der Insel. Hier wird nicht Gerste, sondern Roggen verarbeitet, komplett selbst angebaut. Der Betrieb mälzt, maischt, brennt und lagert alles auf demselben Hof. Das macht Belgrove zu einer der wenigen Brennereien weltweit, die den kompletten Weg vom Saatkorn bis zur Flasche selbst gehen.
Beim ersten Schluck Roggenwhisky schmeckt der Unterschied zu Gerste sofort: würziger, trockener, mit einer pfeffrigen Schärfe, die an Brotkruste erinnert. Für Tasmanien ist das eine zweite Stimme. Sie steht neben dem breiten Chor der Single Malts, die sonst die Insel prägen.
Die meisten größeren Häuser wie Lark oder Sullivans Cove kaufen ihre Gerste dagegen von tasmanischen Bauern zu, statt sie selbst zu ziehen. Das kühle Klima der Insel lässt das Korn langsamer reifen als auf dem australischen Festland. Das sorgt für gleichmäßigere Stärke- und Zuckerwerte in der Maische, aus der später der Alkohol entsteht.
Gemälzt wird die Gerste meist in kleinen Mälzereien auf der Insel selbst, bevor sie zur Brennerei geht. Für ein Eiland mit weniger als einer halben Million Einwohnern ist das ein bemerkenswert kurzer Weg vom Feld bis zum Fass.