
Keller, Sherry, Wein
Fass & Reifung
Fink begann 1999 in kleinen Dreißig-Liter-Fässern zu lagern, klein genug, dass der Whisky schnell mit dem Holz in Kontakt kam. Diese frühe Wahl kleiner Fässer war weniger Strategie als Notlösung, weil größere Eichenfässer im ersten Jahrgang schlicht fehlten. Ab 2005 kamen griechische Weinfässer dazu, die dem jungen Destillat eine fruchtige Note mitgeben. Gelagert wird alles im tiefen Kellergewölbe des Hofguts Aglishardt, kühl und gleichmäßig.
Die Waldhornbrennerei in Berglen setzt dagegen auf gebrauchte Sherryfässer aus Oloroso und auf Portweinfässer. Beide Fassarten geben Farbe und eine süße, dunkle Fruchtnote an den Buchenbach-Whisky ab. Es ist ein Erbe der spanischen und portugiesischen Weinwelt, mitten im Schwabenland.
Wild in Gengenbach füllt eine eigene Sherry-Cask-Abfüllung ab, in der derselbe Fasstyp für einen kräftigeren, dunkleren Stil sorgt. Wer den Deckel eines solchen Fasses hebt, riecht sofort den süßen, weinigen Sherryton. Er hat sich über Jahre ins Holz gezogen. In allen Kellern verdunstet über die Jahre ein Teil des Whiskys durchs Holz, der sogenannte Anteil der Engel. Was bleibt, wird mit jedem Jahr konzentrierter.
Das Klima im Lager entscheidet mit, wie schnell das geht. Im kühlen Kellergewölbe der Alb reift der Whisky gemächlicher als in einem wärmeren, feuchteren Lager im Schwarzwaldtal. Dort atmen die Fässer stärker und ziehen schneller Farbe und Aroma aus dem Holz.
Wie viel genau verdunstet, hängt von Luftfeuchte und Temperaturschwankungen im jeweiligen Lager ab. Diese unterscheiden sich zwischen Kellergewölbe und Schwarzwaldtal spürbar. Je länger ein Fass liegt, desto mehr von diesem Zwischenraum entscheidet am Ende über Farbe, Süße und Röstnoten im fertigen Whisky.