
Kupfer, direkt befeuert
Brennen
Wer durch St George's Distillery in Roudham geht, sieht zunächst wenig Prunk. Zwei kupferne Brennblasen stehen dort, mit je 1.800 Litern Fassungsvermögen, still am Werk seit 2006. Klein im Vergleich zu mancher schottischer Großbrennerei, aber groß genug, um seit fast zwanzig Jahren englischen Malt zu brennen.
In den Cotswolds stehen vier Brennblasen, davon zwei für Whisky. Sie kommen von Forsyth & Son aus Rothes in Schottland, dem traditionsreichsten Kupferschmied der Branche. Die beiden Whiskykessel tragen die Namen Mary und Janis. Dass eine englische Brennerei ihre Kessel in Schottland bestellt, zeigt, wie eng beide Whiskywelten technisch verflochten bleiben. Geschmacklich gehen sie trotzdem eigene Wege.
Bei Bimber in London läuft es anders herum: kleine, direkt befeuerte Brennblasen statt Dampfschlangen. Die Wash Still heißt Doris und fasst 1.000 Liter, die Spirit Still Astraeus schafft 600 Liter. Offenes Feuer unter dem Kessel ist selten geworden, weil es schwerer zu steuern ist. Es sorgt aber für mehr Karamell- und Röstnoten im Rohbrand, weil der Alkohol dem Kupfer besonders nah kommt.
The Lakes Distillery in Cumbria brennt ebenfalls über Kupferbrennblasen. Die Anlage steht in einer umgebauten Scheune eines Bauernhofs aus den 1850er-Jahren nahe Bassenthwaite Lake. Wie bei den meisten jungen englischen Brennereien läuft die Destillation zweifach. Eine Wash Still trennt Alkohol vom vergorenen Bier, eine Spirit Still veredelt ihn weiter, bevor der Brennmeister den Mittellauf vom Vor- und Nachlauf trennt.