
Bourbon, Sherry, STR
Fass & Reifung
Fässer sind in England fast wichtiger als die Brennblase. Die Brennereien sind noch jung, der Charakter kommt stark vom Holz. Cotswolds Distillery setzt auf einen bunten Kellermix: Ex-Bourbon- und Sherryfässer bilden die Basis. Dazu kommen STR-Fässer, ein Verfahren, bei dem gebrauchte Weinfässer innen abgeschabt, neu getoastet und nachgekohlt werden. So bekommt der Whisky schnell Farbe und Würze.
Gelegentlich kommen auch Rum-, Portwein- und Madeirafässer zum Einsatz, meist für limitierte Abfüllungen. Das Prinzip stammt vom Fassexperten Jim Swan. Er half mehreren jungen europäischen Brennereien, in kurzer Reifezeit trotzdem Tiefe zu erreichen, statt nur süßes, unreifes Fassaroma zu überdecken.
Bimber in London geht einen eigenen Weg. Die Brennerei unterhält eine eigene Böttcherei auf dem Gelände, prüft jedes Fass von Hand und lädt es bei Bedarf neu ein. Die ersten Fässer wurden am 26. Mai 2016 eingelagert. Es waren überwiegend Ex-Bourbon-, Sherry- und frische Virgin-Oak-Fässer aus neuer Eiche, die besonders viel Vanille und Gewürz abgeben.
Wie schnell ein Fass arbeitet, hängt vom Lagerhaus ab. In London, mitten in der Stadt, schwankt die Temperatur zwischen Sommer und Winter stark. Am kühlen Bassenthwaite Lake in Cumbria, wo The Lakes Distillery lagert, bleibt sie gleichmäßiger. Wärmere Schwankungen drücken den Whisky tiefer ins Holz. Kühlere, gleichmäßigere Lagerung lässt ihn langsamer, aber stetiger reifen.
Gesetzlich verlangt England wie der Rest Großbritanniens mindestens drei Jahre Reifung in Holzfässern, bevor aus dem Rohbrand Whisky werden darf. Bei den meisten englischen Brennereien ist das nicht die Untergrenze, sondern eher der Start. Die ersten offiziellen Abfüllungen kamen fast überall erst nach vier, fünf oder mehr Jahren auf den Markt.