
Fisch, Braten, Käse
Whisky & Essen
Fish and Chips klingt banal, ist aber eine ernsthafte Whiskybegleitung. Das Fett des frittierten Fisches braucht einen Whisky mit Säure und Frische, sonst wirkt beides schwer. Ein junger, fruchtiger Malt aus den Cotswolds oder von St George's schneidet mit seiner Frucht durch das Öl. So bleibt der Fisch im Vordergrund, statt erschlagen zu werden.
Der klassische Sunday Roast, Rinderbraten mit Yorkshire Pudding und dunkler Bratensauce, verlangt nach mehr Gewicht. Hier passt ein Whisky aus Sherry- oder STR-Fässern besser. Seine Röst- und Trockenfruchtnoten laufen parallel zur Sauce, statt gegen sie anzukämpfen.
An der Küste Norfolks isst man gern Krabben, frisch gepult, oft nur mit Brot und Butter. Dazu passt ein heller, kaum gereifter Malt, der nicht mit der zarten Süße der Krabbe konkurriert. In Cornwall wiederum ist die Pasty zu Hause, ein gefülltes Teiggebäck mit Rind und Kartoffel. Sie verträgt einen kräftigeren, wärmeren Whisky.
Am Ende einer Mahlzeit steht in England oft ein Stück Stilton, ein kräftiger Blauschimmelkäse. Die Kombination aus Käse und Whisky ist auf der Insel uralt. Salzig-scharfe Schimmelwürze trifft auf süße Fassnoten, ein Gegensatz, der überraschend gut funktioniert, ganz ohne Wein.
Werbung für eine bestimmte Flasche macht das nicht. Welcher Whisky zu welchem Gericht passt, probierst du am besten selbst, mit kleinen Schlucken zwischen den Bissen. England hat gerade erst begonnen, seine eigene Küche mit dem eigenen Whisky zusammenzudenken. Genau das macht das Ausprobieren spannend.