
Kupfer seit 2012
Brennen
In Indri stehen die Brennblasen aus Kupfer, seit die Brennerei sie 2012 installierte. Genau wie in Schottland läuft die Maische zweimal durch den Kessel: einmal zur groben Trennung von Alkohol und Wasser, ein zweites Mal, um Charakter und Reinheit herauszuarbeiten. Kupfer bindet dabei unerwünschte Schwefelnoten, die sonst im fertigen Whisky hängen blieben und den Geschmack stören würden. Die Brennblasen sind bauchig geformt, wie es für schottische Malt-Brennereien typisch ist, nur die Hitze drumherum ist eine ganz andere.
Ungewöhnlich ist, dass Piccadily seinen Malt-Whisky nicht an einem einzigen Ort produziert. Gebrannt wird an drei Standorten zugleich: in Indri selbst, im benachbarten Patiala in Punjab und im haryanischen Bawal. Erst danach kommen die Fässer für die Reifung wieder zusammen, eine Arbeitsteilung, die in der Szene der Single Malts eher die Ausnahme ist als die Regel.
Auch die Fässer selbst entstehen zum Teil im eigenen Haus. Piccadily betreibt eine eigene Küferei direkt an der Brennerei und kann so genau steuern, wie stark ein Fass innen ausgebrannt wird, bevor der junge Whisky hineinläuft. Das entscheidet mit darüber, wie viel Vanille, Karamell und Röstnote das Holz später an den Whisky abgibt.
Rampur und Godawan folgen demselben Grundprinzip aus Kupferkessel und zweifacher Destillation, das weltweit als Voraussetzung für die Bezeichnung Single Malt gilt. Der Unterschied liegt weniger in der Technik der Brennblase als im Klima drumherum. Dieselbe Bauform liefert in der Wüstenhitze bei Alwar einen anderen Rohbrand als im gemäßigteren Karnal.