Brennen in der Region Dublin & Leinster

Dreifach durch Kupfer

Brennen

Drei Durchläufe statt zwei: Das unterscheidet die meisten Whiskeys aus Dublin und Leinster von ihren schottischen Verwandten. Die dreifache Destillation macht den Rohbrand leichter und reiner, weil das Kupfer der Brennblasen dreimal statt zweimal unerwünschte Schwefelnoten bindet.

Bei Teeling in der Newmarket stehen drei kupferne Brennblasen, die die alte Dubliner Tradition der dreifachen Destillation fortführen. Sie heißen Wash Still, Feints Still und Spirit Still, jede mit ihrer eigenen Aufgabe im Ablauf. Erst der letzte, engste Schnitt aus der Spirit Still landet im Fass.

Die Erfindung, die die andere Seite des irischen Whiskeys prägt, kam ausgerechnet aus Dublin. Aeneas Coffey war früher Zollbeamter und leitete 1830 die Dock Distillery in der Stadt. In jenem Jahr meldete er seine Säulenbrennerei zum Patent an. Schottische und englische Brenner griffen die Erfindung begeistert auf, irische Brenner lange nicht, aus Stolz auf die eigene Kupferblase.

Ein Gegenstück zur modernen Anlage steht in Kilbeggan: eine kupferne Brennblase aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie ging 2007 wieder in Betrieb, nachdem die Brennerei 1954 ihre Tore geschlossen hatte. Sie gilt als die älteste noch arbeitende Brennblase der Welt und wird bis heute für kleine Sonderabfüllungen genutzt.

So stehen zwei Zeitalter nebeneinander: die junge Präzision von Teeling in der Stadt und die handwerkliche Geduld von Kilbeggan im Landesinneren. Beide teilen dieselbe kupferne Grundüberzeugung.

Für den Grain-Anteil in Blends wie Tullamore D.E.W. kommt eine Säulenbrennerei zum Einsatz. Sie läuft im Dauerbetrieb, nicht in einzelnen Chargen wie die Pot Stills. Diese kontinuierliche Methode liefert einen leichteren, neutraleren Brand, der die würzigeren Noten des Pot Still im fertigen Blend abrundet. So treffen in einer einzigen Flasche zwei völlig verschiedene Brenntechniken aufeinander.

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