
Ohne einheimischen Torf
Malz & Torf
Torf braucht Jahrtausende, kühles Klima und stehendes Wasser. Im heißen, trockenen Israel kommt keine dieser drei Bedingungen vor. Moore wie auf Islay oder in den schottischen Highlands gibt es hier nicht, also bleibt der Großteil des M&H-Whiskys naturgemäß ungetorft.
Zweimal im Jahr, für jeweils rund zwei Wochen, stellt die Brennerei trotzdem auf Rauch um. Dafür kommt eigens auf vierzig ppm getorftes Malz ins Land. Ppm steht für parts per million und misst, wie viel Phenol, also Rauchgeschmack, im Malz steckt. Für diese Wochen laufen dieselben zwei Kupferblasen, mit denen M&H sonst ungetorften Whisky brennt, denn eine zweite Anlage nur für Rauchmalz leistet sich die kleine Brennerei bislang nicht. Das Torfmalz reist wie das übrige Getreide aus Großbritannien, denn eine eigene Mälzerei betreibt bislang keine israelische Brennerei.
Was Israel stattdessen liefert, sind völlig unterschiedliche Wasserschichten unter dem Land. Sie prägen die Brennerei fast so stark, wie ein Moor eine schottische Küstenbrennerei prägen würde. Unter Tel Aviv sammelt sich Regenwasser in sandigem Kurkar-Gestein, in den Bergen um Jerusalem sickert es durch porösen Kalkkarst, und näher am Toten Meer wird der Untergrund salzig und mineralisch.
Eine israelische Mälzerei für Whisky-Gerste ist bislang nicht in Sicht, dafür ist der heimische Markt noch zu klein. Bis sich das ändert, bleibt Torf für israelischen Whisky die Ausnahme, keine Grundlage. Die eigentliche Handschrift des Landes schreibt sich über Wasser und Klima im Fasslager, nicht über die Darre.
lockerer, sandsteinartiger Küstenboden, der Regenwasser rasch durchlässt
Die Wurzel: liefert das weiche Grundwasser, das M&H für seine Maische in Tel Aviv nutzt