
Süß, würzig, mineralisch
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Wer zum ersten Mal an einem M&H riecht, erwartet oft rauchigen Torf und wird überrascht. Die meisten Abfüllungen duften nach reifem Steinobst, Honig und einem Hauch Vanille, ein Erbe der fruchtigen Hefe und der schnellen, heißen Reifung.
Der Classic Single Malt zeigt diese fruchtige Seite am deutlichsten, mit Aprikose, etwas Karamell und einer leicht öligen Textur im Mund. Der Elements Sherry reift dagegen in koscheren Sherryfässern aus Jerez und bringt dunkle Rosinen, Nuss und eine Prise Zimt mit, kräftiger und dichter als der Classic. Wer es extrem mag, greift zum Apex Terroir Dead Sea, gereift am Toten Meer: salzig, mineralisch, fast wie eine Brise vom Ufer selbst.
Das Holz arbeitet in der israelischen Hitze deutlich schneller als in kühleren Ländern. Deshalb schmeckt man in einem dreijährigen M&H oft mehr Fasseinfluss, als man es von einem gleich alten Whisky aus kühlerem Klima erwarten würde. Ein paar Tropfen Wasser öffnen die Aromen zusätzlich, gerade bei den kräftigeren Fässern. Ein Nosingglas mit schmaler Öffnung bündelt den Duft, bevor er sich im Raum verliert.
Am besten probiert man bei Zimmertemperatur und in Ruhe. Ein kleiner Schluck zuerst pur, dann mit etwas Wasser verdünnt, zeigt, wie sich Frucht und Fasston verschieben. Zwischen den Proben helfen ein Schluck Wasser und ein Stück trockenes Brot, damit die Zunge nicht ermüdet und jede Abfüllung ihre eigene Handschrift zeigen kann. Ein neutrales Glas ohne fremde Duftstoffe in der Nähe hilft zusätzlich, damit nichts den Eindruck verfälscht.