
Gerste aus Ishikari
Getreide
Gerste ist auf Hokkaido keine Zutat von irgendwoher, sie wächst nebenan. Die Ishikari-Ebene südlich von Yoichi lieferte der Destillerie von Anfang an Gerste, Torf und sogar die Kohle für die Brennblasen, drei Rohstoffe aus derselben Landschaft.
Gesetzlich reicht seit 2021 nicht mehr irgendeine Gerste. Der JSLMA-Standard schreibt vor, dass gemälztes Getreide immer dabei sein muss, andere Getreidearten dürfen dazukommen, aber Wasser und Herstellung müssen aus Japan stammen. Für die meisten Hokkaido-Whiskys heißt das fast ausschließlich gemälzte Gerste, wie beim schottischen Single Malt.
Weil Japan lange kaum eigene Braugerste für Whisky anbaute, kam der Rohstoff meist aus Australien oder Europa. Hokkaido will das ändern: Auf der Insel wurden eigene Malzgersten-Sorten gezüchtet, die mit Kälte, kurzen Sommern und Pilzdruck besser zurechtkommen als importiertes Saatgut.
Akkeshi geht darin am weitesten. Die Destillerie arbeitet gezielt daran, Abfüllungen nur aus Hokkaido-Gerste zu brennen, bei manchen liegt der Anteil an einheimischem Malz schon über der Hälfte, mit klarem Ziel: irgendwann hundert Prozent aus der eigenen Region.
Die Maische bleibt dabei einfach: geschrotetes Malz, heißes Wasser, offene Gärung. Was den Unterschied macht, ist nicht das Rezept, sondern woher das Korn kommt, von Feldern, die denselben Winter aushalten wie die Fässer im Lager.
Whiskyarten gibt es auf der Insel bisher fast nur als Single Malt, gebrannt aus reiner Gerste in der eigenen Brennerei. Das soll sich ändern: Venture Whisky, bekannt für Ichiro's Malt, baut auf Hokkaido eine eigene Anlage für Grain Whisky, der auch aus anderem Getreide kommt und in Column Stills gebrannt wird.