
Kalt und salzig
Wasser & Klima
Auf Hokkaido bestimmt der Winter den Kalender. Schnee liegt hier oft von November bis April, mehrere Meter hoch in den Bergen. Selbst die Küstenstädte frieren regelmäßig unter null. Für die Reifung im Fass heißt das: lange kalte Phasen wechseln sich mit kurzen, milden Sommern ab. Der Whisky reift dadurch langsamer als im heißeren Süden Japans.
Yoichi liegt am Fuß der Shakotan-Halbinsel, umschlossen von Bergen auf drei Seiten, mit Blick auf das Japanische Meer. Der Yoichi-Fluss fließt mitten durch die Stadt und führt sauberes Wasser aus dem vulkanischen Bergland. Im Herbst trägt er Lachse flussaufwärts, wenn sie zum Laichen zurückkehren.
Wind von der Ishikari-Bucht weht über die Malzböden. Er soll dem Malz, so sagt man in Yoichi, einen leichten Hauch von Meer mitgeben. Das passiert lange, bevor die Maische überhaupt gebrannt wird.
Akkeshi liegt an der anderen Küste, am Pazifik im Osten der Insel, in einer Gegend voller Moore und Feuchtgebiete. Dichter Nebel zieht hier fast das ganze Jahr vom Meer herein, feucht und kühl. Das erinnert an Islay, wo Kenten Jitsugyo sein Vorbild suchte.
In Higashikawa, im Landesinneren, holt die junge Tankyu-Destillerie ihr Wasser direkt aus Quellen am Asahidake. Das ist der höchste Berg im vulkanischen Daisetsuzan-Gebirge. Das Wasser sickert durch poröses Vulkangestein und kommt gefiltert und mineralarm an der Oberfläche an.
Zwei Meere, ein Gebirge, ein gemeinsames Klima: Kälte und Feuchtigkeit prägen jede Destillerie auf der Insel. Pazifikküste und Japanisches Meer riechen dabei völlig unterschiedlich.