
Wasser vom Tennozan
Wasser & Klima
Am Fuß des Tennozan, dort wo Katsura, Uji und Kizu ineinanderfließen, drückt weiches Grundwasser durch den Sand der Flussebene. Torii wusste, was er dort fand, denn schon der Teemeister Sen no Rikyu hatte im 16. Jahrhundert genau dieses Wasser für seine Teezeremonien geholt. Bis heute heißt die Quelle Rikyu-no-mizu, „Rikyus Wasser". Vereinigt bilden die drei Flüsse von hier an den Yodo, der weiter Richtung Osaka fließt.
Das Wasser kommt aus zwei Richtungen: von oben sickert Regen durch den verwitterten Granit des Tennozan, von unten drückt der Grundwasserspiegel der drei Flüsse dagegen. Zusammen ergibt das ein mineralarmes, weiches Wasser, wie es sich auch viele schottische Brennereien wünschen.
Der Frühsommer bringt die Regenzeit, auf Japanisch tsuyu, wochenlangen Dauerregen, der den Grundwasserspiegel unter dem Tal auffüllt. Ohne dieses saisonale Muster wäre das Quellwasser am Zusammenfluss der drei Flüsse längst nicht so verlässlich.
Das Klima der Region Kansai hat mit Schottland wenig gemein. Die Sommer sind heiß und feucht, die Winter dagegen mild, typisch für die subtropisch geprägte Lage am Rand des Pazifiks. Nebel liegt in solchen Nächten oft bis zum Vormittag über dem Tal und hält auch die Lagerhäuser gleichmäßig feucht.
Für den reifenden Whisky bedeutet das feuchtwarme Klima vor allem eins: Er arbeitet schneller mit dem Holz als in einem kühlen schottischen Lagerhaus. Wärme drückt den Alkohol tiefer ins Fass, feuchte Luft lässt eher den Alkohol als das Wasser verdunsten, das prägt Süße und Fülle schon in jüngeren Jahren.