Verkosten in der Region Neuseeländischer Whisky

Süß trifft Torf

Verkosten

Wer neuseeländischen Whisky zum ersten Mal probiert, erwartet oft Rauch wie von Islay. Meistens wird er überrascht. Die meisten Abfüllungen des Landes schmecken eher nach Karamell und reifem Obst. Auch die Weinfässer, in denen sie nachreifen, prägen den Geschmack stärker als jeder Rauch.

Die Oamaruvian aus der New Zealand Whisky Collection zeigt Röstzucker und blumige Töne in der Nase. Im Mund wirkt sie fast cremig wie Sahnesoda. Am Ende bleibt ein salziger Abgang, den die Brennerei selbst der Seeluft ihres Hafenlagers zuschreibt. Sie reift bis zu 18 Jahre, zuerst im Bourbonfass, dann im Weinfass.

Cardronas erste eigene Abfüllung hieß Just Hatched. Sie war erst drei Jahre alt, als sie 2020 auf den Markt kam. Trotzdem trug sie schon die Handschrift ihres Herkunftsortes. Das trockene, wechselhafte Klima Central Otagos entlockt dem Fass schnell Farbe und Süße.

Wer den rauchigen Gegenpol sucht, greift zum South Island Peat von Thomson. Der Torf dafür stammt aus einem Moor voller Sphagnum-Moos statt Heidekraut. Deshalb wirkt der Rauch erdiger und milder als bei einem Islay-Malt. Am besten probiert man alle drei Beispiele pur und nacheinander. Ein paar Tropfen Wasser dazwischen zeigen den Unterschied zwischen Meer, Hochland und Torfmoor am deutlichsten.

Ein Glas allein erklärt eine Region selten vollständig. Erst der Vergleich mehrerer Häuser zeigt, wie unterschiedlich neuseeländischer Whisky klingen kann. Er reicht vom Salz Oamarus bis zum Moos des Südens.

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