
Doublewood am Hafen
Fass & Reifung
Als Willowbank 1997 schloss, blieben hunderte Fässer zurück. Sie bestanden aus amerikanischer Bourbon-Eiche und waren randvoll mit Malz- und Getreidewhisky. Plötzlich war niemand mehr für sie zuständig. Jahre reiften sie einfach weiter, bis die Winzer Warren und Deb Preston den Bestand kauften. Sie brachten die Fässer ins historische Hafenviertel von Oamaru, wo bis heute die alten Kornspeicher stehen.
Dort entwickelten sie ein Verfahren, das seither viele neuseeländische Abfüllungen prägt. Nach sechs Jahren in amerikanischer Bourbon-Eiche kommt der Whisky in französische Weinfässer. Dort reift er weitere zwölf Jahre nach. Diese Doppellagerung gab der ersten großen Abfüllung ihren Namen: Dunedin Doublewood.
Die Lagerhäuser selbst stehen in alten viktorianischen Kornspeichern am Hafen von Oamaru. Ihre Tore stehen offen genug, dass die Seeluft ungehindert hindurchzieht. Cardrona dagegen lagert mitten in Central Otago. Dort sind die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter, Tag und Nacht viel größer. Das lässt das Fass stärker arbeiten als am milden Meer.
Über die genaue Angel's Share der neuseeländischen Fässer veröffentlichen die Brennereien wenig. Die großen schottischen Häuser führen dazu eine jahrzehntelange Statistik: Dort gilt im Schnitt ein jährlicher Verlust von rund zwei Prozent als Richtwert, in wärmeren und trockeneren Klimazonen verdunstet meist deutlich mehr. Ein neuseeländisches Gegenstück zu dieser Statistik fehlt bisher. Sicher ist nur: Jedes Klima nimmt dem Fass auf seine eigene Art etwas weg. Das gilt am feuchten Hafen von Oamaru genauso wie im trockenen, kontinentalen Landesinneren von Central Otago, wo Cardrona seine Fässer lagert.