
Malz ohne Rauch
Malz & Torf
Die Lowlands sind die Gegenprobe zu Islay: Hier wurde traditionell fast nie mit Torf gemälzt. Einer der möglichen Gründe wird bis heute bei Brennereiführungen erzählt: East Lothian hatte früher eigene Kohlezechen. Die Darren wurden deshalb mit Kohle statt mit gestochenem Torf befeuert.
Das Ergebnis ist Malz, das keinen Rauchgeschmack ins Korn trägt. Der Whisky schmeckt dadurch eher grasig und blumig als rauchig. Die klassischen Lowland-Malts von Auchentoshan bis Glenkinchie haben einen Phenolgehalt nahe null. Kein Torf-Charakter bleibt übrig, der sich später in der Fassreifung überhaupt entfalten könnte.
Eigene Mälzereien betreiben die Lowland-Brennereien heute kaum noch. Das meiste Malz kommt von großen Mälzern wie Simpsons Malt aus dem Tweed Valley bei Berwick-upon-Tweed. Die Maltings liegen direkt an der Grenze zu England.
Simpsons stellt zwar auch getorftes Malz her, mit Phenolwerten von 5 bis 15 ppm für leicht getorfte und 20 bis 40 ppm für mittel getorfte Chargen. Seit 2024 kommt das sogar aus einer eigens dafür gebauten Anlage in den Tweed Valley Maltings. Doch diese Ware geht vor allem an Brennereien anderer Regionen und an Bierbrauereien.
Nur wenige Lowland-Neugründungen greifen überhaupt zu Torf. Ailsa Bay an der Ayrshire-Küste gehört zu den wenigen, die bewusst getorftes Malz einsetzen. Damit tritt die Brennerei gegen die alte Regel der Region an.
Für die meisten anderen bleibt es beim alten Muster: Gerste, Wasser, Feuer ohne Rauch. Der Malzcharakter erinnert im Glas eher an frisch gemähtes Gras als an ein Lagerfeuer am Strand.
dunkler, fruchtbarer Boden, in dem die Gerste der Lowlands wächst
Die Wurzel: gibt dem Getreide die Fülle, die später als milde Süße im Malz steckt