
Dreifach statt Doppelt
Brennen
Als einzige Brennerei Schottlands brennt Auchentoshan seine gesamte Produktion dreifach. Erst die Wash Still, dann eine Zwischenbrennblase, die es sonst kaum irgendwo gibt, zuletzt die Spirit Still. Am Ende steht ein Spirit mit rund 81 Prozent Alkohol, deutlich höher als bei den meisten anderen schottischen Brennereien. Diese Stärke bestimmt später, wie viel Wasser das Fass beim Reifen noch aufnehmen darf.
Glenkinchie setzt dagegen auf die klassische doppelte Destillation, aber mit einigen der größten Brennblasen Schottlands. Genau diese Größe hält den Spirit leicht. Je mehr Kupferfläche im Verhältnis zur Füllmenge steckt, desto weniger schwere Aromen schaffen es durch den Schwanenhals.
Bladnoch brennt ebenfalls klassisch doppelt, in Pot Stills am äußersten Südrand des schottischen Festlands. Drei Brennereien, drei Ansätze, ein gemeinsames Ziel: ein Spirit, der eher fein als kräftig aus der Blase kommt.
Ganz anders arbeiten die großen Grain-Brennereien der Region. Cameronbridge, North British, Strathclyde und Girvan brennen im Dauerbetrieb in Column Stills, mehrstöckigen Säulen, durch die die Maische ununterbrochen läuft. Das geschieht in einem fort, statt in Chargen wie bei einer Pot Still.
Dieser kontinuierliche Prozess liefert in kurzer Zeit riesige Mengen an mildem Grundspirit für Blends. Auchentoshan, Glenkinchie und Bladnoch setzen dagegen in kleinen Chargen auf Feinheit. Beide Brennmethoden liegen in den Lowlands oft nur eine Autostunde auseinander.
Der Schnitt, also die Trennung von Vor-, Mittel- und Nachlauf, fällt bei Auchentoshans drei Brennungen besonders eng aus. Nur das reinste Herzstück aus der dritten Blase wandert ins Fass. Das ist einer der Gründe, warum der Spirit so mild aus der Brennerei kommt.