
Quellen & Granit
Wasser & Klima
Der Fluss Spey sammelt sein Wasser hoch oben in den Cairngorms und fließt von dort durch ein enges Tal aus Granit nach Norden zum Meer. Fast jede Brennerei am Weg hat ihre eigene Quelle. Oft ist es nur ein kurzes Rohr von einem Bach am Hang entfernt, und jede schwört auf ihr eigenes Wasser.
The Glenlivet holt seines aus Josie's Well. Glenfiddich bezieht seit der Gründung ausschließlich Wasser aus der Quelle Robbie Dhu. Andere Brennereien wie Aberlour zapfen Bäche an, die vom Ben Rinnes herunterkommen. Jener Granitberg thront über dem ganzen mittleren Speyside-Tal.
Der Granit filtert das Regenwasser, ehe es als Quelle wieder austritt, und gibt kaum Mineralien ab. Dieses weiche Wasser senkt beim Verdünnen der Maische den Säuregrad nur wenig. Es lässt der Hefe viel Zeit zum Arbeiten. Genau das begünstigt die fruchtigen Noten im fertigen Whisky, für die die Region bekannt ist.
Das Klima im Tal ist milder und trockener als an der Westküste, aber deutlich kälter als in London oder Paris. Schnee liegt in manchen Wintern bis ins Frühjahr auf den Hügeln um Tomintoul, eines der höchstgelegenen Dörfer Schottlands. Die kühlen, gleichmäßigen Temperaturen in den Lagerhäusern lassen den Whisky langsam reifen. Das Fass verliert pro Jahr nur wenig Inhalt an die Luft.
Genau dieses langsame Reifen im kühlen Klima unterscheidet Speyside von wärmeren Whiskyländern. Dort steigt der Anteil, der im Fass verdunstet, viel schneller. Ein Speyside-Malt kann darum zwölf, achtzehn oder sogar fünfundzwanzig Jahre im selben Fass verbringen, ohne dass am Ende zu wenig übrig bleibt.