
Kupfer aus Schottland
Brennen
Die Brennblasen von Kavalan stammen nicht aus Taiwan. Sie kommen von Forsyths im schottischen Rothes, demselben Kupferschmiede-Betrieb, der auch viele Speyside-Brennereien beliefert. Begonnen hat die Brennerei 2005 mit einem einzigen Paar. Inzwischen stehen in Yuanshan zehn Paare, insgesamt zwanzig Brennblasen, auf dem Gelände am Rand der Lanyang-Ebene.
Jedes Paar besteht aus einer größeren Waschblase mit zwölftausend Litern Fassungsvermögen und einer kleineren Spirit Still mit siebentausend Litern. Beide sind über den klassischen zweistufigen Weg des schottischen Handwerks verbunden. In der Waschblase wird die vergorene Maische zu einem schwachen Rohbrand von etwa zwanzig Prozent Alkohol destilliert. Diesen nennt man Low Wines.
Die Low Wines wandern in die Spirit Still und werden ein zweites Mal gebrannt. Am Geistrohr, dem Spirit Safe, sitzt der Brennmeister und beobachtet den Lauf der Destillate. Vorlauf und Nachlauf enthalten unerwünschte Fuselstoffe und leichte Verbindungen, sie werden abgetrennt. Nur das mittlere Herzstück des Laufs kommt später ins Fass.
Mit den erweiterten Brennblasen erreicht Kavalan heute eine Kapazität von mehreren Millionen Litern reinem Alkohol im Jahr. Damit zählt die Brennerei zu den größten Single-Malt-Brennereien weltweit. Das ist ein Ausmaß, das die Gründer 2005 kaum für möglich gehalten hätten.
Zwei weitere Brennblasenpaare kamen erst in den vergangenen Jahren hinzu, als die weltweite Nachfrage nach Kavalan die Kapazität der ersten Anlage überstieg. Jedes neue Paar folgt exakt den Maßen der ursprünglichen Forsyths-Blasen. So verschiebt sich der Charakter des Destillats über die Jahre nicht.