
Column & Doubler
Brennen
Die meisten Bourbon-Brennereien zwischen Frankfort und Lawrenceburg destillieren nicht in kleinen Kupferblasen, sondern in einer hohen Säule, im Fachjargon Column Still genannt. Sie kann mehrere Stockwerke hochragen. Die vergorene Maische läuft oben hinein, Dampf steigt von unten auf, und am Ende verlässt ein klarer Rohbrand mit gut 60 Prozent Alkohol die Anlage.
Danach folgt ein zweiter Schritt, den es in Schottland beim Single Malt kaum gibt: der Doubler oder Thumper, eine zweite kupferne Blase. Beim Doubler fließt der Rohbrand flüssig hinein. Beim Thumper wird er als Dampf durch Wasser geblubbert, daher der Name, das Gerät thumpt beim Arbeiten hörbar.
Kupfer ist dabei kein Zufall. Es bindet Schwefelverbindungen aus dem Dampf und macht den Brand sauberer. Wie stark diese zweite Destillation den Alkohol anhebt, entscheidet mit über die spätere Fasseinlagerung, die gesetzlich höchstens 62,5 Prozent Alkohol haben darf.
Nur wenige Häuser weichen vom Säulenmodell ab. Willett in Bardstown brennt bis heute in klassischen Kupfer-Pot-Stills, ein Bild, das sonst eher zu einer schottischen Brennerei passt als zu Kentucky.
Der Schnitt, also welcher Teil des Brandes ins Fass darf, liegt bei Bourbon gesetzlich fest. Der Rohbrand darf höchstens 80 Prozent Alkohol haben, sonst schmeckt das Ergebnis eher nach Neutralalkohol als nach Mais und Getreide.
So bleibt trotz industrieller Größe ein Stück Handwerk erhalten, vom Kupferkessel bis zur Nase des Brennmeisters am fertigen Destillat.