
Kalkstein & Flüsse
Wasser & Klima
Unter den grünen Hügeln der Bluegrass-Region liegt eine dicke Schicht Kalkstein aus dem Ordovizium, mehr als 400 Millionen Jahre alt. Regenwasser sickert hindurch und löst Kalzium und Magnesium aus dem Gestein. Dabei verliert es sein Eisen, weil das Gestein es herausfiltert. Diese Kalksteinschicht liegt unter fast der gesamten Bluegrass-Region und reicht stellenweise viele Meter tief.
Für Brenner ist das Gold wert. Eisenhaltiges Wasser färbt Whiskey unschön dunkel und verändert seinen Geschmack. Buffalo Trace in Frankfort schöpft sein Wasser teils direkt aus dem Kentucky River, der an der Brennerei vorbeifließt, teils aus Quellen im Kalkstein darunter.
Auch der Salt River bei Bardstown und der Elkhorn Creek weiter nördlich entspringen aus demselben Kalkgrund. Historisch trieb ihr Wasser die Mühlen und Dampfmaschinen der frühen Brennereien an. Heute liefert es vor allem die Mineralien, die eine kräftige Gärung braucht.
Kentuckys Klima ist ein zweiter Wasserfaktor, nicht im Fass, sondern um das Fass herum. Sommer werden hier heiß und feucht, Winter dagegen kalt. Dieser Wechsel presst den Whiskey tief ins Holz und wieder heraus. Schottland kennt solche Ausschläge kaum, deshalb reift Bourbon in Kentucky schneller und kräftiger als mancher Scotch. Auch die Böden reagieren auf diesen Wechsel, sie halten das Wasser im Sommer weniger gut als im Frühjahr.
Wer die Brennereien zwischen Frankfort und Lawrenceburg besucht, läuft fast überall an einem der kleinen Kalksteinbäche entlang, die sich durchs Bluegrass-Land ziehen. Ohne sie gäbe es hier keine Whiskeyindustrie dieser Größe.