Verkosten in der Region Nordosten & Rye

Pfeffer statt Vanille

Verkosten

Wer nach süßem Bourbon einen Rye aus dem Nordosten probiert, schmeckt zuerst den Unterschied im Korn. Roggen bringt Pfeffer, Minze und eine trockene Schärfe mit. Karamell und Vanille aus dem Fass begleiten diese Schärfe eher, als dass sie sie übertönen. Das macht Rye zum Gegenspieler von süßem Bourbon, nicht zu dessen leiserer Variante.

Dad's Hat Pennsylvania Straight Rye zeigt das klassisch. In der Nase liegen Zeder und Minze, am Gaumen Karamell und Ingwer neben der Roggenschärfe. Sagamore Spirit aus Maryland setzt dagegen auf Orangenschale, Dill und Nelke, ein Whiskey mit mehr Süße und Gewürz zugleich. Wer stärker und rauer mag, findet bei Coppersea aus dem Hudson Valley einen Rye aus hundert Prozent Roggenmalz, kantig und erdig.

Am besten schmeckt man diese Whiskeys pur, in einem tulpenförmigen Glas, bei Zimmertemperatur. Ein paar Tropfen Wasser öffnen die Aromen zusätzlich, gerade bei kräftigeren, hochprozentigen Abfüllungen wie Sagamores Cask-Strength-Version. Wer zum ersten Mal Rye probiert, sollte ihn nicht direkt neben einen Bourbon stellen. Für sich allein verkostet, wirkt die Schärfe wie ein Merkmal. Im Vergleich wirkt sie schnell wie ein Fehler.

Die drei Abfüllungen zeigen, wie breit der Stil trotz gemeinsamer Herkunft gefächert ist. Mild und würzig bei Dad's Hat, süß und rund bei Sagamore, kompromisslos beim reinen Roggenmalz von Coppersea. Gemeinsam ist ihnen nur der Roggen selbst, der sich durch jede Variante zieht.

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