Region & Geschichte in der Region Texas

Genehmigung nach Verbot

Region & Geschichte

Bis 2006 gab es in Texas praktisch keinen legalen Whiskey. Nach dem Ende der Prohibition 1933 blieb der Bundesstaat bei strengen Alkoholgesetzen, verwaltet von der Texas Alcoholic Beverage Commission, kurz TABC. Wer brennen wollte, brauchte eine Lizenz, und die vergab der Staat über Jahrzehnte kaum. Texas trank seinen Whiskey, stellte ihn aber nicht mehr selbst her.

Das änderte sich 2006 in einem winzigen Ort in der Hill Country. Dan und Nancy Garrison bekamen dort, in Hye, die erste Genehmigung für eine Bourbon-Brennerei außerhalb von Kentucky und Tennessee, die Texas je ausgestellt hatte. Garrison Brothers Distillery war geboren, auch wenn der erste Bourbon erst 2010 in den Verkauf kam: Bourbon braucht Zeit im Fass, selbst in Texas.

Zwei Jahre später, 2008, gründete sich in Waco die zweite Adresse: Balcones. Die Idee entstand in einer alten Schweißerwerkstatt unter einer Brücke, gebrannt wurde ab 2009. Balcones war die erste legale Whiskeybrennerei in Waco seit über hundert Jahren und brachte mit blauem Mais und texanischem Malz sofort einen eigenen Ton in die junge Szene.

Der wirkliche Schub kam 2013. Im Mai beschloss der texanische Kongress ein Gesetzespaket, das Brennereien endlich erlaubte, Verkostungsräume zu betreiben, Cocktails auszuschenken und Flaschen direkt an Kunden zu verkaufen, bis zu 3.000 Gallonen im Jahr vor Ort und 3.500 zum Mitnehmen. Vor 2013 hatte die TABC in ihrer gesamten Geschichte nur 39 Brennlizenzen vergeben. Nachdem das Gesetz im September in Kraft trat, kamen 125 weitere dazu, in wenigen Monaten.

Aus zwei Pionieren wurde eine Szene. In San Antonio startete 2010 Ranger Creek, das sein Getreide vor dem Maischen über Mesquiteholz röstet und daraus den .36 Texas Bourbon brennt. Heute stehen Balcones, Garrison Brothers und Ranger Creek für einen Stil, der sich bewusst von Kentucky absetzt: kleinere Fässer, mehr Hitze, schnellere Reifung, eigene Körner.

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