
Mais statt Roggen
Getreide
Mais bestimmt in Texas fast jede Maische. Das liegt an der Landwirtschaft: Der Bundesstaat baut selbst enorme Mengen Mais an, und die Brennereien greifen direkt darauf zurück. Nach US-Recht braucht ein Bourbon mindestens 51 Prozent Mais in der Maische, ein Corn Whiskey sogar 80 Prozent.
Garrison Brothers in Hye setzt auf eine klassische Kombination: Mais, Weizen und Gerste, alles aus texanischem Anbau, alles biologisch. Der Weizen macht den Bourbon weicher und runder als reine Roggen-Rezepturen, wie man sie aus Kentucky kennt. Ihr Bourbon zählt zu den sogenannten Wheated Bourbons, benannt nach dem Weizenanteil, der die Würze abmildert.
Balcones in Waco geht einen anderen Weg. Für die Baby Blue Corn Whisky rösten sie blauen Mais, eine alte Sorte, die eigentlich aus New Mexico stammt und dort für die Brennerei angebaut wird. Der Mais bringt eine nussige, fast schokoladige Süße mit, die in keinem anderen amerikanischen Whiskey so vorkommt.
Für ihren Single Malt griff Balcones außerdem zu einer Premiere: erstmals in Texas angebaute und gemälzte Gerste. Vorher kam Malz für amerikanische Whiskeys praktisch immer von außerhalb des Bundesstaats. Die texanische Gerste reift in einem deutlich heißeren Klima als schottische, was Kornmenge und Eiweißgehalt verändert.
Ranger Creek in San Antonio bleibt beim Mais als Basis, röstet das Getreide aber vor der Maische über Mesquiteholz. Das gibt dem .36 Texas Bourbon eine rauchige Note, die schon vor der Gärung feststeht, nicht erst im Fass.